Anspruchsvoller Weg bis zum Zieleinlauf

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Die Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert zwei Jahre und findet im ehemaligen Hoffmeister-Komplex Am Neuen Haus statt. Träger der Maßnahme, die von der Arbeitsagentur finanziert wird, ist das Bildungsinstitut Nestor.

LÜDENSCHEID ▪ 20 Frauen und Männer haben Anfang Mai im ehemaligen Hoffmeister-Komplex Am Neuen Haus mit einer Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik begonnen. 1,5 Millionen Euro investiert die Agentur für Arbeit in 600 verschiedene Umschulungen im gesamten Märkischen Kreis.

„Die Wirtschaftskrise ist nur in den Strukturen der Region zu lösen“, ist Agentur-Chef Reinhard Korte überzeugt. Außerdem gehe bis 2019 die Zahl der Schulabgänger um 25 Prozent zurück – ein Minus von rund 1200 jungen Frauen und Männern. „Fachkräfte werden also gebraucht und eine Ausbildung ist besser als keine Ausbildung.“

Unter 70 möglichen Teilnehmern 20 ausgewählt

Von der Maßnahme Am Neuen Haus profitieren Menschen, deren Ausbildung zum Beispiel länger zurückliegt und nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Oder aber ungelernte Hilfskräfte, die zwar schon länger in einem Betrieb gearbeitet haben, aber mangels Qualifikation auch die ersten Opfer der einbrechenden Konjunktur waren und arbeitslos wurden. „Sie haben keine verwertbaren Abschlüsse oder wurden nicht weitergebildet“, sagt Arbeitsvermittler Markus Stahl, der die Maßnahme betreut und vorab unter 70 möglichen Teilnehmern 20 auswählte: „Die Auswahl war streng, denn die Anforderungen an den Beruf Fachkraft für Lagerlogistik sind hoch. Und es ist ja auch für die Betroffenen frustrierend, wenn es nicht klappt und die Umschulung abgebrochen werden muss.“

Damit das möglichst nicht passiert, hat sich die Arbeitsagentur mit dem Bildungsinstitut Nestor einen zertifizierten und erfahrenen Träger mit ins Boot geholt. 36 Standorte hat Nestor bundesweit, sagt Waltraut Wiechers, Niederlassungsleiterin für Gummersbach und den Märkischen Kreis: „Die Teilnehmer müssen viel lernen. Wir stellen die Voraussetzungen für den Unterricht und die praktische Umsetzung wie die Erlangung eines Gabelstapler-Führerscheins zur Verfügung. Der Abschluss entspricht den Anforderungen des Ausbildungsrahmenplans, der von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer erwartet wird.“ Am Ende der Ausbildung steht ein viermonatiges Praktikum in einem Betrieb. Auch die erforderlichen Plätze werden durch Nestor vermittelt.

"Der Weg bis zum Abschluss ist schwer"

Zur Unterstützung der Teilnehmer steht auch ein Sozialpädagoge bereit, denn der Weg bis zum Abschluss ist schwer. Nach Feierabend ist noch längst nicht Schluss. Hausaufgaben stehen an und in der Zeit der Umschulung sind die finanziellen Mittel eingeschränkt. Die Arbeitsagentur zahlt weiter Arbeitslosengeld. Da ist ein langer Atem notwendig und es kann schon einmal kriseln. Doch am Ziel besteht immerhin die reelle Chance, mit einem qualifizierten Abschluss wieder Fuß zu fassen auf dem Arbeitsmarkt. - my

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