Anspannung entlädt sich in großem Jubel

Autokorso im Rathaustunnel – nur noch Schritttempo war möglich.

LÜDENSCHEID ▪ Das Spiel in Bloemfontein war gerade seit einer Minute beendet, da waren auf Lüdenscheids Straßen schon die ersten fahnengeschmückten, hupenden Autos unterwegs. Mehr als 9120 Kilometer vom Fußball-Weltmeisterschafts-Stadion „Free State“ entfernt feierten zahlreiche Bergstädter den 4:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft.

Von der Sommerhitze ließen sich die meist jungen Leute nicht abbringen, lehnten sich aus den Fenstern der fahrenden Wagen oder streckten Kopf, Schultern und in die Luft gereckte Arme aus offenen Sonnendächern. Autokorsos erlaubten teilweise im Rathaustunnel, am Sauerfeld, am Knapp oder an der Kluse nur noch Fahren im Schritttempo. „Das übliche Chaos“, seufzte ein Polizeisprecher noch eineinhalb Stunden nach dem Abpfiff, „noch bewegt sich alles im Rahmen.“ Auch Fußgänger schwenkten Fahnen, sorgten mit schwarz-rot-goldenen Vuvuzelas ebenfalls für Lärm.

Mit dem Jubel entlud sich die Anspannung, die sich nach dem Anschlusstreffer der englischen Fußballer und der anschließenden Drangphase von Rooney und Co. angestaut hatte. Ein schlechtes Gewissen ob des regulären, aber nicht gegebenen Tors Frank Lampards, das den Ausgleich für England bedeutet hätte, hatte kaum ein deutscher Fan. So sagte Michael Wirth, 1966 vor dem Fernseher Augenzeuge des ersten „Wembley-Tors“, nüchtern: „Es war eine Tatsachenentscheidung.“

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