Bei Anruf Trauung:

Nicht ohne Maske: So wird in Corona-Zeiten geheiratet

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Hochzeitskuss mit Masken: Gut gelaunt und für jeden Spaß zu haben genießen Marius Vogel und Anica geb. Bäre ihren in jeder Hinsicht besonderen Tag. Eine größere Feier ist aufgeschoben, nicht aufgehoben. Auch auf Hochzeitsreise geht’s erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Braut trägt Weiß mit roten Sternchen. Gefältelter Stoff, natürlich, und mit Spitzenschlaufen, die um die glitzernd geschmückten Ohren gelegt werden. Die Frage, was man trägt zur Hochzeit, erstreckt sich in diesen Zeiten bis hin zum Mundschutz.

Lüdenscheid - In diesem Fall war das der Zeit geschuldete Accessoire ein Geschenk für Braut und – rot mit weißen Punkten – Bräutigam. Hinter der Maske, das sieht man an den Augen, lächelt Anica Bäre, die in wenigen Minuten Frau Vogel sein wird. „Nein, einen Doppelnamen gibt es nicht“, beeilt sich der Bräutigam zu versichern. Und lacht.

Die Stimmung ist gut an diesem Brücken-Freitag, den die Brautleute vor einem guten halben Jahr als Hochzeitstermin gewählt haben. Verschieben kam für die beiden Verliebten nicht infrage, nachdem schon der Wunschtermin, der 23. Mai, nicht möglich war.

Samstags werde nicht getraut, habe es geheißen. Schade, denn die Braut bringt ein Pferd mit in die Ehe, das am 23. Mai Geburtstag hat. „Wenn ich nicht in ihrem Leben wäre, hätte sie das Pferd geheiratet“, scherzt der Bräutigam und schaut verliebt, froh, dass es nun anders ist.

Der 38-jährige studierte Betriebswirt und die 32-jährige Maschinenbauingenieurin wollen sich von den Corona-Einschränkungen nicht den Tag verderben lassen. Ja, man will „das durchziehen“. Dass nun Eltern, Geschwister, Trauzeugen und Fotograf dabei sein können, freut sie sehr. Auf zehn Personen ist die Hochzeitsgesellschaft von Amts wegen begrenzt.

Hochzeit in der Corona-Krise: Nur mit Mundschutz

Während der Zeremonie, so hat man dem Paar vorab erklärt, dürfe es die Masken abnehmen, ebenso die Trauzeugen und die Standesbeamtin. Der Rest der Gesellschaft müsse maskiert bleiben. Eine klassische Hochzeitsfeier wird es nicht geben, nach dem Standesamt sei Ruhe, sagt der Bräutigam. Eine etwas größere Feier soll es geben, wenn die Zeiten wieder entspannter sind; auch die Hochzeitsreise wird nachgeholt.

Noch wartet die Gruppe für die Vogel-Hochzeit vor dem mit Baken und dem Zettel-Hinweis „Nur für Personal“ abgetrennten Seiteneingang des Rathauses, durch den es sonst zum Bürgeramt geht. Wenig festlich, nicht zu ändern. „Wir wären dann so weit“, spricht Marius Vogel in sein Handy. Gerade war noch besetzt, die Trauung vorher offensichtlich noch nicht vorüber. Nun meldet er sich an, damit die kleine Gesellschaft abgeholt werden kann, denn die Türen zum Rathaus sind verschlossen: „So, es wird ernst, mein Schatz.“

Gut 20 Minuten später sind sie wieder vor der Tür. Strahlend, auch wenn Umarmungen, Küsse und kleine Spiele verboten sind. Sie machen aus der Not eine Tugend – und zelebrieren fürs Foto einen innigen Maskenkuss. Freunde warten auf dem Rathausplatz. Glückwünsche, die von Herzen kommen, überwinden anderthalb Meter so oder so spielend.

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