Anmut in höchster Perfektion

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Die dämonische Odile zwischen dem Prinzen Siegfried (links) und dem finsteren Rotbart, dessen bösen Plänen sie entsprungen ist. -

LÜDENSCHEID ▪ Anmut und Körperbeherrschung in höchster Perfektion waren am Freitag im ausverkauften Kulturhaus Lüdenscheid zu bewundern. Mit einem großen Ensemble präsentierte das St. Petersburg Festival Ballett einen der bedeutendsten Klassiker der Ballettkompositionen, Peter Tschaikowskys „Schwanensee“.

Die Handlung, die sich aus märchenhaften Motiven speist, ist zum Ende hin offen: Unter dem Druck seiner Mutter begibt sich Prinz Siegfried auf Brautschau beim Hofball. Doch nicht dort, sondern in der Natur sieht er zum ersten Mal jenes Bildnis, dem er fortan in unterschiedlichen Erscheinungsformen nachjagen wird:

Der böse Zauberer Rotbart hat die Prinzessin Odette in einen Schwan verwandelt. Siegfried will das Schwanenmädchen durch seine Liebe erlösen, doch dem stellt sich der finstere Rotbart entgegen. Er stellt die Treue des Prinzen zu Odette durch ein Trugbild der geliebten Prinzessin auf die Probe. Odile setzt dem lieblichen Charakter der Schwanenprinzessin ein dämonisches Wesen entgegen, das für den Prinzen eine verführerische Verlockung darstellt. Hier lag eine der Stärken der Inszenierung der Balletttruppe aus St. Petersburg, deren Odette/Odile (traditionell eine Doppelrolle) die anmutig verträumte Schwanenprinzessin genauso überzeugend verkörperte wie ihr dämonisches, verführerisches Schattenbild.

Prinz Siegfried, ein wahrer Hüne, hatte es dabei nicht nur schwer mit seinen eigenen schwankenden Neigungen, sondern auch mit sich selber. Ein wenig tapsig stapfte er durch das zauberhafte Geschehen, das aber dennoch viel fürs Auge bot: Zu schön sind die anmutigen Tänze der Schwäne rund um die Prinzessin, die Verwandlungen von Flügeln und Hälsen in flatternde Ballkleider.

Liebe und Täuschung, Begehren und Betrug sind die Antriebskräfte für ein magisches Spiel der Tänzer und Tänzerinnen, dem die St. Petersburger eine sehr traditionelle Gestalt verliehen. In riesigen naturalistischen Bühnenbildern präsentierten sie die märchenhafte Geschichte in hoher Perfektion, aber auch mit einer sehr traditionellen Gestalt. Das Publikum spendete immer wieder Szenenapplaus für die Schönheit der Darbietungen und entließ die Akteure erst nach einem langen Schlussapplaus. - thk

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