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Anliegerstimmen zur A45-Umleitung: „Kein Bock, an Krebs zu verrecken“ 

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Von: Jan Schmitz

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Die Auswirkungen der A45-Sperrung sorgt bei vielen Anwohnern für Wut und Ängste.
Die Auswirkungen der A45-Sperrung sorgt bei vielen Anwohnern für Wut und Ängste. © Cedric Nougrigat

Mehrere Anwohner der A45-Umleitungsstrecke nutzten die Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am Mittwoch, um Politik und Verwaltung auf die unerträgliche Situation aufmerksam zu machen. Wir dokumentieren die Redebeiträge:

„Ich wohne in der Nähe der Lennestraße, etwa 100 Meter Luftlinie entfernt am Mittleren Worthhagen. Man braucht keine Messgeräte, um zu wissen, dass wir dort gerade vergast werden. Sie schmecken es, Sie riechen es. Man hat Kopfschmerzen, man kann sich nicht mehr draußen in den Garten legen. Die Inhaltsstoffe dieser Dieselfahrzeuge sind schwer krebserregend. Ich habe keinen Bock, in den nächsten fünf Jahren an Krebs zu verrecken. Ich möchte, dass sofort etwas passiert. Tempo 30, Ampeln nachts aus, Lkws nachts gar nicht mehr durch die Stadt. Und warum sind die Rastplätze noch offen? Warum können Lkws da parken und Samstagnacht um 22 Uhr losfahren. Ich bin echt sauer und enttäuscht, dass in dem halben Jahr eigentlich nichts passiert ist.“

Die Lkw stehen dicht an dicht, da kommt kein Krankenwagen durch. Bis der durch den Stau ist, ist der Patient tot.

Anwohner der Umleitungsstrecke

„Ich wohne direkt Im Grund. Ich kann die Straße jeden Tag einsehen. Ich sehe den Stau morgens um 8, mittags um 12, abends um 20 Uhr, aber nachts brettern sie durch wie auf der Autobahn. Das kann es nicht sein. Leute, guckt euch das mal an. Da halten sie bei uns an, da machen sie die Notdurft neben der Garage. Im Grund ist eine Landesstraße, die hat überhaupt nicht die Breite für den Verkehr. Die Lkw stehen dicht an dicht, da kommt kein Krankenwagen durch. Bis der durch den Stau ist, ist der Patient tot. Am Freisenberg ist jemand krank geworden. Es hat von der Kirche zwölf Minuten gedauert, bis der Krankenwagen am Kerkhagen angekommen war.

Die Lkw-Fahrer packen die Exkremente in Tüten und werfen sie aus dem Fenster.

Anlieger der A45-Umleitung

„Ich wohne an der Straße Im Grund. Mir geht es darum, wie die Stadt uns entgegenkommen könnte. Es gibt eine Grundsteuer, die meiner Meinung nach überflüssig ist wegen der Belastung, die wir ertragen müssen. Da kann die Stadt sagen: Im Zeitraum der Brückensperrung erlassen wir euch das. Straßenreinigungsgebühren erlassen wir euch auch. Ich sehe nicht ein, dass ich dafür bezahle, denn es ist nicht mein Dreck. Lkw-Fahrer packen die Exkremente in Tüten und werfen sie aus dem Fenster. An unserer Straße hängen Tüten mit Fäkalien in den Bäumen. Und zum Feinstaub. Ich muss nur einmal in der Woche den Putzlappen über die Fensterbänke wischen, dann hab ich mein Messergebnis. Wir sitzen alle in einem Boot. Natürlich kann man mehr Anwohner durch die Durchfahrtsverbote entlasten, aber nur zu extremen Lasten der Leute, die an der Umleitung wohnen.“

Mehrere Fragen wurden von der Stadtverwaltung im Ausschuss beantwortet, zuständig sind aber häufig die überörtlichen Baulastträger. Björn Weiß (CDU) lud die Anlieger zur Ratssondersitzung zur A45-Sperrung am 10. Juni ein, wo auch Vertreter von Straßen.NRW und Autobahn GmbH geladen sind. Die Anlieger wollen wiederkommen.

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