Bester Schutz ist regelmäßiges Händewaschen

Angst vor Coronavirus: Atemschutzmasken in Apotheken im MK werden knapp

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Die hochwertigen Schutzmasken werden derzeit in den Apotheken stark nachgefragt.

Lüdenscheid -  Bilder von abgeriegelten Millionenstädten in China, Menschen, die sich mit Atemmasken schützen, ein unter Quarantäne gestelltes Kreuzfahrtschiff in Japan: Meldungen rund um das Coronavirus prägen derzeit die Medien und beschäftigen auch die Menschen in unserer Region.

Seit Bekanntwerden der ersten Corona-Infektionen in Deutschland ist die Sorge bei den Menschen vor einer Ansteckung mit der neuartigen Lungenkrankheit groß. Die Folge: In den heimischen Apotheken ist die Nachfrage nach Mundschutzmasken groß, zum Teil gibt es sogar Lieferengpässe, wie eine kleine, nicht repräsentative Umfrage ergab.

„Mundschutz-Masken sind derzeit stark gefragt und oftmals nicht mehr über den Großhandel erhältlich“, betont Dr. Gunther Fay, Sprecher der Apothekerschaft im Märkischen Südkreis. In seinen eigenen Apotheken in Lüdenscheid (Staberg und Bären-Apotheke) und Werdohl seien zwar noch kleine Bestände vorhanden, doch er weiß um die Lieferschwierigkeiten. „Durch die Medien rückt das Thema natürlich in den Blick, viele Menschen möchten sich prophylaktisch eindecken“, weiß Fay. Aber auch Kunden, die in Richtung Asien verreisen, hätten sich die Schutzmasken gekauft.

Von kleinen „Hamsterkäufen“ spricht auch Burkhard Waimann, Inhaber der Lünsche-Apotheke. So hätten einerseits Menschen jeden Alters für den eigenen Gebrauch nachgefragt, andererseits asiatische Mitbürger, die die Schutzmasken zu ihren Angehörigen nach China verschicken. Mittlerweile stünde in seinen Apotheken in Lüdenscheid und Witten keine Ware mehr zum Verkauf zur Verfügung, lediglich zur Versorgung seiner Mitarbeiter habe er noch Restbestände. „Bestellt sind die Masken, aber ich weiß nicht, wann sie geliefert werden.“ „Ausverkauft“, meldete in dieser Woche eine weitere Apotheke, die namentlich nicht genannt werden möchte. Eine Familie, die eine Urlaubsreise nach Thailand plant – ein beliebtes Reiseland bei Chinesen –, habe sich mit 100 Schutzmasken eingedeckt.

Ein solcher Mundschutz, erläutert Dr. Fay, wird vor allem jenen Menschen empfohlen, die in den vergangenen 14 Tagen – so lange kann es nach einer Ansteckung dauern, bis die Symptome auftreten – Kontakt zu einem Erkrankten hatten oder sich im chinesischen Risiko-Gebiet aufgehalten haben. „Damit soll verhindert werden, dass sie andere anstecken.“ Um sich selbst zu schützen, sei etwas ganz anderes entscheidend: die allgemeinen Hygiene-Regeln. „Der beste Schutz ist das regelmäßige Händewaschen, um Schmierinfektionen zu vermeiden.“ Dies müsse mindestens für 20 Sekunden und mit Seife geschehen. Die Wassertemperatur sei dabei nicht relevant. „Damit kann man sich nicht nur vor dem Corona-Virus, sondern auch vor einem grippalen Infekt oder der echten Influenza schützen.“

Auch die Benutzung eines Handgels könne zur Desinfektion benutzt werden, aber: „Es ist wichtiger, sich regelmäßig mit Seife gründlich die Hände zu waschen, als sich nur zweimal am Tag die Hände zu desinfizieren.“ Zudem sollten zum Naseputzen Einweg-Taschentücher benutzt und danach über den Restmüll entsorgt werden.

Auch für eine Grippe-Impfung sei es derzeit noch nicht zu spät, ergänzt Apotheker Burkhard Waimann. Denn auch wenn das Interesse verstärkt auf das Corona-Virus gelenkt werde, habe die Grippe derzeit Hochsaison. Eine Impfung helfe dem Immunsystem zu lernen, gegen ein Virus zu kämpfen. „Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist noch ausreichend Grippe-Impfstoff vorhanden. Eine Impfung ist also machbar und empfehlenswert“, so der Apotheker.

Trotz der aktuellen Nachrichtenlage plädiert Fay dafür, Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen – und stattdessen die Empfehlungen für die Handhygiene einzuhalten.

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