Mit Altstadt-Sanierung will sich Lüdenscheid auch gegen Konkurrenz behaupten

Angst vor Anschluss-Verlust

+
Manche Häuser im Quartier – so an der Marienstraße – wirken etwas marode. Hier könnte ein Fassaden-Programm greifen.

Lüdenscheid - Erst die Sozialdemokraten, dann die Heimatfreunde: Nach der Lüdenscheider SPD rückte am Donnerstag auch der Geschichts- und Heimatverein (GHV) die angepeilte Altstadt-Sanierung in den Fokus. Bei der Info-Veranstaltung in der Stadtbücherei ging es vor allem auch um die Motive für das Großprojekt.

Referent des Abends war Stadtplaner Lars Bursian. Er thematisierte noch einmal die Vorgeschichte des Integrierten Handlungskonzepts Altstadt (IHK) und konzentrierte sich dann auf diverse IHK-„Schlüsselprojekte“. So auf den Erhalt des historischen Flairs, auf ein Fassaden-Programm, auf Barrierefreiheit und künftige Pflasterbeläge sowie auf einen möglichen Neubau für die Musikschule und Teile der Volkshochschule am Staberg. Dazu hatte sich tags zuvor bereits Bursians Kollege Martin Bärwolf bei der SPD geäußert (wir berichteten).

Neben Bursian trat auch Dr. Arnhild Scholten vom GHV ans Mikrofon. Sie sieht dringenden Handlungsbedarf für die Altstadt. Warum? Vor allem wegen des demografischen Wandels. Soll heißen: Angesichts sinkender Einwohnerzahlen und einer zunehmend älteren Bevölkerung „muss Lüdenscheid auch künftig attraktiv bleiben“. Dabei zielt Scholten offenkundig besonders auf Angehörige höherer Schichten. Ihre Worte: „Chefärzte etwa sind mit der Situation in Lüdenscheid unzufrieden.“

Ein anderes Stichwort im Zuge der Lüdenscheider Baupolitik: der Konkurrenz-Kampf der Städte untereinander. Es geht um die Bindung von Konsumenten, Unternehmen und Einwohnern. Dazu Scholten: „Wenn man sieht, was im Ruhrgebiet oder auch in Hagen passiert, dann müssen auch wir etwas tun. Sonst verlieren wir den Anschluss.“

Kann da ein Neubau am Staberg helfen? Rolf Scholten findet das schon. Die Musikschule neben zwei Gymnasien zu platzieren, hält der frühere SPD-Kommunalpolitiker für „richtig und wichtig“. Architekt Rüdiger Wilde sieht das anders: „Ein Neubau am Staberg ist Blödsinn.“ - dt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare