Aneinander vorbeigeredet

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Im Zuge der Planungen für eine Sanierung des Spielplatzes Fabiolastraße hat das beauftragte Landschaftsarchitekturbüro etliche Sicherheitsmängel festgestellt – die laut Wohnungsverwaltung noch am Tag der E-Mail-Mitteilung beseitigt worden sind.

LÜDENSCHEID ▪ Die geplante kräftige Aufwertung des Spielplatzes Fabiolastraße für insgesamt 60 000 Euro hat offenbar wegen erheblicher Kommunikationsprobleme zwischen Stadt und Wohneigentumsverwaltung gewackelt.

Im Beschlussvorschlag der Verwaltung, den der Rat jetzt absegnete (wir berichteten), heißt es: „Trotz mehrmaliger Nachfrage liegt bislang keine Finanzierungszusage der Wohnungsgesellschaft vor.“ Wie berichtet, will die Stadt 30 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II für die Sanierung des Spielplatzes investieren, wenn die Wohnungseigentümer sich ebenfalls im Rahmen von 30 000 Euro beteiligen. Das Grundstück am Ende der Nelly-Pütz-Straße gehört zur Hälfte der Stadt und zur Hälfte den dortigen Wohneigentümern.

Vergeblich um Entwurfsplanungen gebeten

Der Spielplatz Fabiolastraße liegt am Ende der Nelly-Pütz-Straße (roter Punkt) inmitten eines grünen Wohngebietes, wie diese Google-Luftaufnahme zeigt.

Eine Finanzierungszusage habe er der Stadt gar nicht geben können, erklärte Armin Romahn, Wohneigentümerverwalter von rund 200 Eigentumswohnungen an Fabiolastraße, Nelly-Pütz-Straße, Elisabethstraße und Sauerlandring. „Ich habe Vertreter der Stadt in Gesprächen und bei Ortsterminen gebeten, mir konkrete Entwurfsplanungen zur Verfügung zu stellen“, sagte Romahn, der für die Curanis Holding GmbH mit Sitz in Munster arbeitet. Denn dann könne er den Eigentümern erklären, was sie für ihr finanzielles Engagement bekommen. Die nächste Eigentümerversammlung sei kurz nach den Sommerferien. In ersten Gesprächen mit Großeigentümern habe er aber bereits positive Signale erhalten. Die Kulanz der Stadt, sich dort finanziell zu engagieren, sei jedenfalls sehr begrüßt worden.

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Natürlich sind die aufwändig neu angelegten Spielplätze am Wehberg (Im Olpendahl) und in Gevelndorf (Ulmenweg) Paradiese für Kinder. Natürlich wünschen sich Eltern solche hochattraktiven Anlagen für ihren Nachwuchs möglichst in ihrer Nähe. Doch die knappen Finanzmittel lassen einen flächendeckenden Ausbau aller Spielplätze nicht zu. Insgesamt vier pädagogisch wertvolle Plätze hat die Stadt im Rahmen ihres Spielplatzentwicklungskonzept bis 2009 fertiggestellt. Ziel ist es, langfristig in jedem Stadtteil einen solchen Platz zu haben. Mit dieser sinnvollen Planung angesichts der verheerenden Finanzsiutation hat die jetzige Renovierung von Kinderspielplätzen aus dem Konjunkturpaket II nichts zu tun. Sechs städtische Spielplätze sollen mit rund 340 000 Euro aufgewertet werden. Dann kommt noch der Spielplatz Fabiolastraße hinzu, der zur Hälfte auf einem städtischen Grundstück liegt und von einer privaten Wohneigentümergemeinschaft betrieben wird. 30 000 Euro sollen dafür gezahlt werden, etwa nochmal soviel von den Wohneigentümern. Ein Blick auf den Spielplatz zeigt, dass er zwar alt ist, aber vielfältige Spielmöglichkeiten bietet. So verständlich die Elternwünsche nach einem attraktiveren Platz dort sind, wirklich notwendig ist dies in diesem grünen Wohngebiet mit überwiegend Kinderspielstraßen nicht. Die 30 000 Euro hätte die Politik besser im Brighouse-Park angelegt, der im Spielflächen-Mangelgebiet Innenstadt liegt. Denn dort ist bei der Bürger-Info klar dargestellt worden, dass wegen der Deckelung auf 137 000 Euro keine optimale Anlage möglich ist. - wok

Seit Mittwoch scheint die Kommunikation nun besser zu laufen. Die Verwaltung hat nach dem positiven Ratsbeschluss einen direkten Kontakt zwischen dem beauftragten Landschaftsarchitekturbüro Ebbinghaus und dem Wohnungsbetreuer vor Ort hergestellt. Ebbinghaus werde eine Vorentwurfsplanung für eine Kletteranlage im oberen Bereich des Spielplatzes entwerfen und an Curanis schicken. Romahn geht davon aus, dass die Eigentümer sich dann finanziell und mit Sachleistungen an der Wohnumfeldverbesserung beteiligen werden. - wok

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