Ausgezeichnete Auswahl der Kompositionen

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Andreas Wahl und Guido Pieper boten starke Perkussion.

Lüdenscheid - Selten im Focus öffentlichen Interesses, und dann spult das „Mallet-Duo“ Andreas Wahl und Guido Pieper im Kammermusiksaal der Musikschule ein üppiges Programm in bestechender Manier ab: Zahlreiche Musikfreunde wollten sich die Rarität eines Marimba- und Vibraphonkonzertes nicht entgehen lassen, konnten so einem Konzert beiwohnen, das von der Auswahl der Stücke wie auch der Qualität der Solisten her schlicht als trefflich zu bezeichnen ist.

Mit Eckhard Kopetzkis wechselvoll verzinktem „Double Groove“ für Vibraphone & Marimba eröffneten Wahl und Pieper mit dem Werk eines deutschen Komponisten. Der im oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg ansässige Komponist und Perkussionist schreibt schon auch einmal Stücke für drei Cajones und zweimal zwei Besenstiele. Die Handschrift Emanuel Séjournés wurde mit „Katamiya“ von Wahl feinfühlig aufgezeigt. Aus der klassischen Musik kommend, hat Séjourné einen erkennbar eigenen Stil rhythmischer Romantik entwickelt. Der hohe Ausdruck von Ruud Wieners „home made“, die Brücken, die Wiener zwischen Sprache und Musik zu beschreiten versucht, kam in der Interpretation das Duos zum Vorschein.

Pieper hatten es an diesem Abend auch Stücke der japanischen Perkussionistin Keiko Abe angetan. Zu Beginn widmete er sich dem Solo „Michi“ und nach der Pause „Frogs“, einem rhythmisch schwierigen, phasenweise hoch-virtuosen Stück mit heiter-abruptem Finale. Gemeinsam ging es an die „Toccata“ für Vibraphone & Marimba (1992), eines der weltweit am häufigsten gespielten Stücke des dänischen Komponisten Andres Kappel. Spannend aufbereitet und hinreißend gespielt. Mit „Wooden Music“, einem Werk Rich O’Mearas startete das Duo auf zwei Marimbas nach der Pause und schließlich packten beide als Solisten so richtig aus: Wahl mit David Friedmans „Midnight Star“ und Pieper mit Abes „Frogs“. Astor Piazzollas Tango No. II, arrangiert von Kevin Super, aufgelegt vom Duo, ließ Tango-Seligkeit aufkommen, und am Ende gab es ein Gemeinschaftswerk von David Friedman und Dave Samuels: „Carousel“. Starke Perkussionisten, begeisterndes Programm. - usc

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