„Gangnam-Style“ mit Leuchtkunststoff

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Thomas Schielke (Erco) lieferte eine bezaubernde Performance ab illuminiert von Robin Weiß.

Lüdenscheid - Wissenschaft für den Laien humorvoll, aber dennoch fundiert und nachprüfbar aufzubereiten, das ist das Ziel eines jeden guten Science-Slammers. Beim 2. Science-Slam im Bühnensaal des Kulturhauses kamen fünf Wettbewerbs-Teilnehmer zusammen, um das Publikum für die oft als trocken empfundene Wissenschaft zu begeistern.

Im Mittelpunkt stand diesmal, vor dem Hintergrund der „Lichtrouten“, natürlich das Licht. Unter der Leitung von Marian Heuser galt es, innerhalb von jeweils höchstens 15 Minuten den Zuschauern auf unterhaltsame Weise einen wissenschaftlichen Sachverhalt näher zu bringen. Zu gewinnen gab’s als Trophäe den „Goldenen Hirnheimer“.

Schon der Starter des Abends, Annitabh Banerij, begann originell, nämlich mit dem „Gangnam-Style-Tanz“ in einem T-Shirt mit Leuchtkunststoff-Schriftzug. Nachfolgend erklärte er anschaulich anhand eines Experimentes sowie mit Projektionen die Technik, wie derartige LED-Kunststoffe hergestellt werden. Die in einem extremen Redeschwall, aber dennoch schlüssig dargebotene Präsentation begeisterte Publikum und Jury so sehr, dass sie ihrem Schöpfer am Ende zum Sieg der Veranstaltung mit einem Punkt Vorsprung vor dem Zweitplatzierten verhalf. Hierbei handelte es sich um Sascha Vogel von der Uni Frankfurt, der auch schon beim letzten Science-Slam dabei war und sich damals wie heute wissenschaftliche absurde Szenen aus Hollywood-Filmen vornahm. Diesmal kamen alle Star-Wars-Fans auf ihre Kosten, denn die fantasievolle Science-Fiction-Filmreihe von George Lucas ist geradezu prädestiniert für einen ausgiebigen Wissenschafts-check. So wird zum Beispiel ein ganzer Planet durch den Todesstern binnen Sekunden durch einen Laser pulverisiert, wobei laut den Berechnungen von Sascha Vogel der Lichtstrahl mindestens 40 000 Kilometer in 1,5 Sekunden zurücklegt und darin die gebündelte Kraft von 800 Sonnen enthalten sein müsste. Insgesamt lieferte Vogel eine herrlich kurzweilige Performance ab, die locker ebenfalls den Sieg verdient hätte.

Mit Dieter Polle vom „Dial“ war auch ein Lüdenscheider Unternehmen vertreten. Er stellte die Frage: „Welches Rot ist das richtige Rot?“ Wie kann es sein, dass zwei vollkommen identische rote Hemden bei unterschiedlicher Beleuchtung komplett verschieden auf den Betrachter wirken? Einen etwas schmucklosen, aber dennoch interessanten Vortrag hatte der Lüdenscheider Rolf Larisch im Gepäck. Er erläuterte dem Publikum, welche Veränderungen Sonneneinstrahlung in unserer Haut bewirkt und wie sie dem Körper Vitamin D zuführt. Zauberhaft und originell auch die Präsentation von Thomas Schielke (Erco): Er erzählte die Geschichte von Fred Black, der sich über die Lichtverschmutzung in den Städten Gedanken macht und dabei mit Sonja anbandelt, die permanent Licht verschwendet.

Annitabh Banerij konnte am Ende mit 43 Punkten, dicht gefolgt von Filmfan Sascha Vogel mit 42 Punkten, den Sieg für sich verbuchen. Den Schlusspunkt setzte ein Beitrag von Kai Kühne, der außerhalb des Wettbewerbs lief und sich auf urkomische Weise, unterstützt von witzigen Karikaturen, mit den Tücken der deutschen Arbeitsgerichtsbarkeit beschäftigte. -  bot

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