Amtsgericht: „Waffenarsenal“ aus Keller beschlagnahmt

Lüdenscheid - Der Waffenexperte des Landeskriminalamtes zählt auf: ein Blasrohr, einen Meter lang, dazu 42 Pfeile; eine Armbrust „Jaguar“ mit Köcher, Zielfernrohr und elf Pfeilen; eine Softair-Pistole mit einer Tüte Kugeln; ein Softair-Gewehr mit Munition; ein Luftgewehr mit Zielfernrohr. In dem Keller an der Wefelshohler Straße fand die Polizei außerdem ein Nunchaku, also ein asiatisches Würgeholz, Marke Eigenbau. Strafrichter Thomas Kabus verhandelt wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz.

Der Heizungsmonteur (41) auf der Anklagebank gibt sich kleinlaut. In der Klageschrift ist von einem „umfangreichen Waffenarsenal“ die Rede. Und davon, dass der minderjährige Sohn des Angeklagten Zugang zu dem Zeug hatte. Er sagt: „Das war mir alles nicht bewusst. Ich bin der Letzte, der auf der Straße rumschießt oder Leuten wehtut.“

Strafverteidiger Dominik Petereit räumt ein: Ja, es gibt den Verstoß, aber mein Mandant hat nicht vorsätzlich, sondern fahrlässig gehandelt. Das sieht die Vertreterin der Staatsanwaltschaft ebenso. Denn das Luftgewehr, erlaubnispflichtig im Sinne des Waffengesetzes, hat geringfügig mehr Druckluft als gestattet. Der Familienvater hatte das Ding im Internet bestellt – und sich auf die Angaben des Verkäufers verlassen. Da sagt der LKA-Technologe: „Darauf muss man sich auch verlassen!“

Richter Kabus sieht einige Pluspunkte, die für eine milde Bestrafung sprechen. Ein komplettes Geständnis, keine Vorstrafen – und die Bereitschaft, auf die Waffen zu verzichten. „Ich hatte schon zur Polizei gesagt, sie können den ganzen Scheiß mitnehmen.“ Wenn er sich dabei strafbar mache, „will ich das Zeug nicht in meinem Keller haben“, so der Monteur.

Der Richter erkennt „fast auf die Mindeststrafe“, wie er sagt. 750 Euro wegen fahrlässigen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Von Olaf Moos

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