Amtsgericht: „Tumulte und ein gewisses Chaos“

Lüdenscheid - So unübersichtlich sich ein Polizeieinsatz an der Kluse am 25. Januar darstellte, so elegant ging die Angelegenheit im Amtsgericht Lüdenscheid zuende. 300 Euro zahlt ein 35-jähriger Angeklagter an einen Geschädigten, dem er – wohl eher aus Versehen – eine Glastür demoliert hatte.

Weitere Vorwürfe gegen den 35-Jährigen bestätigten sich nicht, sodass Richter Andreas Lyra das Verfahren vorläufig einstellte und die meisten der zahlreichen Zeugen wieder nach Hause schickte. „Gern“ zahle er den Schaden, versicherte der zuvor völlig unbescholtene Angeklagte, der sichtlich froh über das Verfahrensende war. Er beteuerte seinerseits, dass er niemanden körperlich misshandelt habe.

Den Polizisten hatte sich das Geschehen an der Ecke Untertinsberger Straße/Zur Normandie ganz anders dargestellt: Weil „Tumulte und ein gewisses Chaos“ gemeldet worden waren, hatten sich sechs Beamte auf den Weg zur Kluse gemacht. Dass es dort tatsächlich „zu einer Art Schlägerei vor einer Haustür“ gekommen war, bestätigten gerötete Gesichter und der Griff nach schmerzenden Rippen. „Alles sehr widersprüchlich und verworren“, erinnerte sich eine junge Beamtin.

Der Mann, dem die Scheibe doch noch bezahlt wird, war wegen des Lärms von seiner Frau geweckt worden. Couragiert war er vor die Haustür gegangen, und hatte gesehen, dass „ein paar Jungen auf einen anderen draufgegangen waren“. Diesen Einen nahm er daraufhin zum Schutz mit in sein Haus, worauf er selber noch einen Schlag abbekam.

Der Angeklagte war an den Tatort geeilt, weil sein Bruder angeblich geschlagen worden war. Auf der Suche nach dem Bruder hatte er dann wohl „ein bisschen zu fest“ an die Glastür geschlagen und diese dadurch beschädigt.

Was der Anlass für die Keilerei gewesen war, wurde im Amtsgericht nicht geklärt. Es sollen aber erhebliche Mengen Alkohol im Spiel gewesen sein.

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