Streit am Fußgängerüberweg: Passant mit Messer bedroht

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Symbolbild

Lüdenscheid - Weil er einen Fußgänger aus einem Auto heraus mit einem Messer bedrohte, wurde ein Lüdenscheider (26) am Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der ausgestreckte Mittelfinger, die unflätige Bemerkung, wildes Hupen oder der „Scheibenwischer“ vor der Stirn – im Straßenverkehr sind das beinahe alltägliche Umgangsformen. Doch was sich ein 24-Jähriger geleistet hat, sprengt deutlich den Rahmen des Erlaubten. 

Er saß als Beifahrer in einem Auto und bedrohte einen Fußgänger mit einem Messer. Strafrichter Kabus ahndet das Delikt des neunfach vorbestraften Familienvaters mit einer Geldstrafe von 1000 Euro – wegen Nötigung. 

Strafverteidiger Andreas Trode aus Iserlohn redet nicht lange drumherum. „Was in der Anklage steht, ist richtig.“ Der Fußgänger habe seinen Mandanten provoziert. Der 24-Jährige bestätigt: „Er kam total aggressiv rüber.“ 

Der Rechtsanwalt möchte am liebsten auf die Aussage des Zeugen verzichten. Er sagt, er habe vor Prozessbeginn mitgekriegt, wie sich der Angeklagte und der andere Lüdenscheider auf dem Gerichtsflur unterhalten. Angeblich sicherte der Zeuge seinem Mandanten dabei zu, nicht gegen ihn aussagen zu wollen. „Wir sind doch Landsleute.“ 

Vorher hatte er den 24-Jährigen laut Trode bei der Polizei aber viermal schwer belastet. Der Richter kürzt das Verfahren ab. Auch Oberamtsanwalt Markus Desecar verzichtet auf den Belastungszeugen. Das Geständnis liegt vor, für eine Verurteilung reicht das aus. 

Demnach wollte der junge Mann einfach nur die Straßenseite wechseln, als die Freundin des Angeklagten auf ihn zu fuhr. Was genau den Beifahrer provozierte, bleibt im Dunkeln. Jedenfalls zog er ein Messer, öffnete die Beifahrertür und machte mit den Worten „Geh weiter!“ Anstalten auszusteigen. Mehr ist nach letzten Erkenntnissen wohl nicht passiert. 

Richter Kabis spricht von einem „nichtigen Anlass“. Das Problem bei der Strafzumessung ist der Auszug aus dem Bundeszentralregister. Kabus: „Sie haben schon eine bewegte Jugend hinter sich gebracht.“ Es waren vor allem Drogendelikte. Doch der Bewährungshelfer ist angeblich zufrieden mit seinem Klienten. 

Der Richter mahnt: „Arbeiten Sie mal ein bisschen an Ihrem Charakter!“

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