Amtsgericht: Saftige Strafe für verbotene Leidenschaft

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Symbolbild

Lüdenscheid - Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz muss ein 52-Jähriger jetzt 3500 Euro Geldstrafe bezahlen.

Autos reparieren, das sei sein Beruf, sagt er. „Wenn ich gut arbeite, verdiene ich etwa 1200 Euro im Monat.“ Das gilt wohl für seine Heimat, Orjachowo im Norden Bulgariens, wo er gemeldet ist – direkt an der Donau, rumänische Grenze. 

Und Auto fahren scheint seine Leidenschaft zu sein. Doch das darf er in Deutschland nicht – und tut es trotzdem, immer wieder. Darum verurteilt ihn Strafrichter Andreas Lyra zu einer Geldstrafe von 3500 Euro – wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz. 

Er ist in Deutschland nicht gemeldet. „Ich wohne mal hier, mal da.“ 2016 wurde er schon mal erwischt, ein Jahr später gleich zweimal. Es hagelte Geldstrafen. Doch das kümmert den 52-Jährigen offenbar nicht. 

Und so setzt er sich an einem Morgen im Juni 2017 in einen 316er-BMW und fährt los. Die Kennzeichen hat er vorher von einem Alfa Romeo abgeschraubt. Auf der Altenaer Straße ist Schluss: Die Polizisten stoppen den Mann und schreiben Strafanzeigen. 

Er sagt: „Ich habe keinen gefälschten Führerschein vorgezeigt.“ Lyra antwortet: „Das behauptet ja auch niemand.“ Der Richter und die Dolmetscherin haben Mühe, dem Angeklagten begreiflich zu machen, dass die Verwendung fremder Kennzeichen hierzulande strafrechtlich eine Urkundenfälschung darstellt. 

Als er es endlich versteht, legt er ein Geständnis ab. Damit sind seine Vergehen nachgewiesen. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft plädiert auf „eine letztmalige Geldstrafe“ und eine sechsmonatige Sperre der Fahrerlaubnis. 

Ganz zufrieden ist der fahrende Autoschrauber aber noch nicht. Er kommt noch mal auf seine älteren Sünden zurück – und auf die rechtlichen Konsequenzen. „Ich war schon im Gefängnis, und bezahlt habe ich auch. Aber mein Auto habe ich immer noch nicht zurückgekriegt.“ 

Das seien andere Verfahren gewesen, sagt der Richter. „Darüber weiß ich nix.“ Der Verurteilte verlässt den Gerichtssaal grußlos.

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