Frau gibt Laptop zur Reparatur - und bekommt gestohlenes Teil zurück

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Symbolbild

Lüdenscheid - Ein Computerspezialist aus der Kreisstadt steht unter Tatverdacht - unter anderem wegen gewerbsmäßiger Hehlerei.

Smartphones und Laptops reparieren, das ist sein Spezialgebiet. Doch auch mit der Justiz hat der 36-jährige Lüdenscheider seine Erfahrungen. Und so sitzt er wieder mal auf der Anklagebank. 

Die Staatsanwaltschaft legt ihm unter anderem gewerbsmäßige Hehlerei zur Last. Für den Familienvater geht es um einiges mehr. Er steht unter laufender Bewährung. 

Eine Kundin hat ihn angezeigt. Die Frau hatte dem Spezialisten im November 2018 einen kaputten Laptop gebracht. Als sie es zehn Tage später wieder abholen will, stellt sie fest: Das Gerät hat „ganz andere technische Spezifikationen“, wie der Staatsanwalt sagt. 

Der Angeklagte hat eine Erklärung parat. Demnach war der Laptop der Dame „nicht zu reparieren, der hatte einen Wasserschaden“. Doch er habe Monate zuvor über eine Internet-Plattform einen defekten Laptop gekauft, quasi als Ersatzteillager, zum Ausschlachten. 

Aus dem nimmt er die Hauptplatine heraus und baut sie in das Gerät der Kundin ein. Der Deckel, den er darauf schraubt, stammt ebenfalls von dem Laptop aus dem Internet. „Da waren so viele Ersatzteile, ich habe nicht darauf geachtet.“ 

Der fremde Deckel trägt eine Seriennummer. Anhand der Nummer stellt die Polizei fest: Das Ding ist als geklaut gemeldet. 

Kurze Zeit später nimmt der Spezialist in seinem Laden von einem Bekannten ein Smartphone in Zahlung, für 80 Euro. Auch das war mutmaßlich gestohlen. Denn tags darauf taucht der rechtmäßige Besitzer des Mobiltelefons in dem Geschäft auf und fordert es zurück. 

Er kennt das Passwort für das Gerät und bekommt es tatsächlich ausgehändigt. Dann geht er zur Polizei. 

Strafrichterin Kristina Thies hat offenbar nicht mit der Gegenwehr des Angeklagten gerechnet. Der, verteidigt von dem Hagener Rechtsanwalt Michael Aßhauer, bestreitet, etwas von der Herkunft der verdächtigen Geräte gewusst zu haben. 

Wichtige Zeugen sind zum Termin nicht geladen, deren Vernehmung soll nun nachgeholt werden. Eine weitere Zeugin könnte zur Erhellung eines zusätzlichen Anklagepunktes beitragen. Doch die Gerichtsvollzieherin hat derzeit Urlaub. 

Ihr gegenüber soll der Angeklagte eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben und behauptet haben, er sei gar nicht selbstständig und habe keinerlei Einkünfte. 

Neuer Termin von Amts wegen.

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