Auf der Flucht in Lüdenscheid: Junge Männer verletzen  Polizisten

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Symbolbild

Lüdenscheid - Die beiden sind mal wieder mit einem blauen Auge davon gekommen.

Mehrfach hatten der 19-Jährige und sein ein Jahr jüngerer Kumpel es schon mit der Justiz zu tun, doch die Richter sahen jeweils von der Verfolgung ab. So auch diesmal. 

Damit bleiben ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten und der unerlaubte Besitz von illegalen Drogen strafrechtlich ungesühnt. 

Für den Streifenbeamten und seine junge Kollegin war es am 7. Oktober vergangenen Jahres ein beinahe alltäglicher Vorfall. „Wir hatten einen Einsatz wegen mutmaßlichen Drogenhandels an der Hohfuhrstraße“, erinnert sich der 36-Jährige. 

Das Team ist ortskundig und kennt die Treppe hinunter zur Friedrich-Wilhelm-Straße. Während der Polizist sich von unten nähert, sichert die Kollegin den Fluchtweg oben ab. Die Verdächtigen suchen ihr Heil in der Flucht. 

Dabei stößt einer den Polizisten laut Staatsanwaltschaft „aus vollem Lauf“ mit der Faust vor die Brust zu Boden, der andere verpasst ihm einen Tritt gegen den Oberschenkel. Als sie weiter rennen, wirft der Jüngere ein Tütchen „Gras“ über ein Gebüsch in einen Vorgarten. 

Der Beamte rappelt sich wieder hoch, nimmt die Verfolgung auf, die Flucht ist beendet. 

Die Strafverteidiger Dirk Löber und Andreas Moriße haben ihren Mandanten – einer ohne Job, der andere Leiharbeiter – empfohlen, ein Geständnis abzulegen. „Ich habe ihn nur geschubst“, ich hatte panische Angst“, sagt der ältere der beiden Angeklagten. 

Sein Bekannter lässt über seinen Rechtsanwalt erklären: „Er wollte abhauen. Dass er mit dem Zeugen zusammengerasselt ist, will er nicht ausschließen, aber ein gezielter Tritt war das nicht.“ 

Die Prozessbeteiligten einigen sich darauf, das Verfahren gegen das Duo einzustellen. Dazu trägt für den einen ein positiver Bericht der Jugendgerichtshilfe bei. Der andere hat bereits begonnen, Schmerzensgeld an den Polizisten zu bezahlen, wegen mehrerer Prellungen – 1000 Euro in kleinen Raten. 

Der Richter honoriert die Einsicht. „Das ist doch ordentlich.“

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