Schmuddel-Foto bei Instagram: Mann (41) verschickt Dickpic an Elfjährige - Prozess

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Lüdenscheid - Weil er ein pornographisches Foto an ein elf Jahre altes Mädchen verschickt hat, verurteilte der Strafrichter am Amtsgericht einen 41-jährigen Lüdenscheider zu einer Geldstrafe.

„Erwachsene mögen darüber lachen und es einfach löschen. Aber für ein Kind ist das sehr problematisch.“ Strafrichter Andreas Lyra hat es mit einem ungewöhnlichen Fall zu tun. 

Die drastische Tatsache: Ein Lüdenscheider (41) sendet von seinem Smartphone aus ein Foto an ein elfjähriges Mädchen. Das Bild zeigt den eregierten Penis des Absenders in Großaufnahme. Darunter schreibt der Mann noch einen höchst anzüglichen Satz. Das ist im strafrechtlichen Sinne sexueller Missbrauch von Kindern. 

Die Beweislage ist eindeutig

Strafverteidiger Dominik Petereit hat seinen Mandanten eingeschworen, keine Zicken zu machen. Die Beweislage ist eindeutig, ein Kripobeamter hat das Handy des Angeklagten ausgewertet. Er sagt: „Der Beschuldigte hat das Foto verschickt. Aber es wurde nicht sichtbar, an wen.“ 

Der Vater des Opfers, ein 45-jähriger Justizangestellter aus Iserlohn, weiß genau, an wen. Er berichtet, wie seine Tochter am Abend des 5. Juli „total aufgelöst“ mit ihrem Smartphone da stand. „Sie hat bitterlich geweint und mich gefragt, wie man Insta-gram löscht.“ 

Über ihren Account auf dieser Plattform hatte sie das Foto erhalten. Der Vater: „Ich mache mir schwere Vorwürfe, dass ich erlaubt habe, dass sie sich da anmeldet.“ Er geht am nächsten Morgen zur Polizei. Der Absender ist schnell identifiziert. Das Verfahren rollt an. 

Der Angeklagte macht dann doch Zicken. Er habe das Foto nur versehentlich an das Kind geschickt, „es war eigentlich für meine Ex-Freundin bestimmt“. Richter Lyra zieht die Augenbrauen hoch. „Irgendwie verklickt?“ Das könne er nicht nachvollziehen. 

"Es ist ihm mega-peinlich"

Rechtsanwalt Petereit versucht, die Wogen etwas zu glätten. „Es ist ihm mega-peinlich“, sagt er über seinen Mandanten. Der sei „total überrascht, welche Konsequenzen das alles hat“. Das Gesetz sieht Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren vor. „Aber wir wollen alles dafür tun, dass das Mädchen nicht aussagen muss.“ 

Ob es technisch möglich ist, bei Instagram zufällig eine völlig fremde Person mit Pornofotos zu traktieren, weiß im Gerichtssaal niemand. „Vielleicht sind wir alle zu alt“, so der Richter. Also wird eine junge Rechtspflegerin aus dem Büro hergebeten, die kennt sich aus – und sagt nach fünf Minuten: „Das zufällige Versenden ist eher unwahrscheinlich.“ 

Damit ist die Sache für den Staatsanwalt klar. Der Angeklagte habe die Tat sowieso „objektiv eingeräumt, was sollte er auch sonst tun?“, so beginnt er sein Plädoyer. Und endet mit seinem Antrag: 2400 Euro Geldstrafe. 

Spätes, aber umfassendes Geständnis

Der Verteidiger hingegen zieht eine andere Karte. Möglicherweise habe sein Mandant ja gar nicht gewusst, dass ein Kind hinter dem Account steckte. Verschickt wurde das Bild am 29. Juni, entdeckt am 5. Juli. „Das Profilbild der Adressatin hätte zwischenzeitlich auch ausgetauscht werden können.“ 

Der Richter zieht die Reißleine: „Stopp! Dann müssen wir das Mädchen anhören!“ Das zieht ein kurzes Gespräch zwischen Anwalt und Angeklagtem nach sich. Es endet mit einem umfassenden Geständnis. 

Der 41-Jährige sagt: „Das tut mir alles sehr leid für das Mädchen.“ Er wird zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt. 

Lyra empört sich über Marotten der modernen Zeiten: „Es gibt wohl einen Trend, Bilder von seinem eregierten Dödel zu verschicken.“ Das Urteil ist rechtskräftig.

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