Autoersatzteile geklaut: Unterschiedliche Strafen

LÜDENSCHEID ▪ Auf Autoersatzteile hatten es zwei 32-jährige Diebe abgesehen, die in der Nacht vom 16. zum 17. Mai den Zaun der Autoverwertung AVL überwanden und Autoersatzteile vom Federbein bis zur Lichtmaschine entwendeten. Auf 18.320 Euro bezifferte die Staatsanwältin nun im Amtsgericht den Schaden, der nicht rückgängig gemacht werden konnte.

Denn die Polizei konnte noch in der Tatnacht zwar die Angeklagten, nicht aber Mittäter festnehmen. Diese wurden von den Angeklagten auch nicht benannt.

Zu Beginn stand noch der Vorwurf von Bandenkriminalität im Raum, der der Beweislage allerdings nicht standhielt. So blieb es beim Vorwurf des schweren Einbruchdiebstahls, den beide Angeklagten über ihre Anwälte gestanden. Wegen einschlägiger Vorstrafen des einen Angeklagten fielen die Strafen sehr unterschiedlich aus: Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung, da er zum Tatzeitpunkt noch unter Bewährungsaufsicht stand. Sein Vorstrafenregister versammelte Diebstähle, Hehlerei, Beihilfe zum Einbruch und Trunkenheit im Verkehr. Rechtsanwalt Thomas Groß hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert, weil der Angeklagte wegen einer Trunkenheitsfahrt unter Bewährungsaufsicht stand und die Diebstähle einige Jahre her waren. Dem Urteil wurde deshalb nicht unmittelbar zugestimmt.

Sein Komplize, der von der Polizei aus einem Gebüsch am Weißen Pferd gezogen worden war, kam hingegen mit einer einjährigen Bewährungsstrafe davon. Als Bewährungsauflage muss er eine Geldbuße von 100 Euro zahlen. Diesem Urteil stimmten alle Prozessbeteiligten zu. Beide Angeklagten, die seit der Festnahme im Mai in Untersuchungshaft gesessen hatten, wurden nach dem Urteil auf freien Fuß gesetzt.

In der Verhandlung hatten die Anwälte vorgetragen, dass es die Autoverwertung Dieben auch sehr leicht mache. „Da kann auch ein Zehnjähriger draufstrampeln auf dieses Gelände“, trug Verteidiger Thomas Groß vor. Mit seinem Rechtsanwaltskollegen Dr. Keil war er sich einig, dass die genannte Schadenssumme vermutlich weit übertrieben sei. Ein Polizist berichtete, dass es „öfters“ Einbrüche auf das Firmengelände gegeben habe. Die Autoverwertung sei dabei vor allem das Ziel von Metalldieben gewesen.

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