Amtsgericht: Handfeste Bruderliebe

Symbolbild

LÜDENSCHEID ▪ Den Spruch „Jetzt hole ich meinen großen Bruder“ haben sicherlich viele Menschen auch schon scherzhaft gehört. Doch genau aus diesem Grund soll es Mitte Februar dieses Jahres in Lüdenscheid zu einer gefährlichen Körperverletzung gekommen sein.

Auf der Anklagebank des Altenaer Amtsgerichts saßen gestern Vormittag deshalb ein 22-jähriger Tischler und ein 24-jähriger Auszubildender aus Altena, die gemeinsam den Freund der Schwester des Auszubildenden und dessen Bruder geschlagen und getreten haben sollen.

Das Pärchen war offensichtlich wegen einer Nichtigkeit wüst in Streit geraten, die Schwester des Angeklagten soll mit ihrer Tasche auf das Auto ihres 28-jährigen Freundes, der in Lüdenscheid lebt, geschlagen haben. Der Lüdenscheider fuhr nach dieser Auseinandersetzung nach Hause, seine Freundin informierte offenbar telefonisch ihren Bruder, der gerade mit ein paar Freunden unterwegs war. Sie soll ihm erzählt haben, ihr Freund habe sie gewürgt, dessen Bruder habe sie geschlagen.

Mehrfach ins Gesicht geschlagen

Um das „zu klären“, sollen die beiden Angeklagten mit zwei weiteren Freunden nach Lüdenscheid zum Haus des Geschädigten gefahren sein. Nach den Schilderungen des 28-Jährigen hätten sie laut an der Haustür „gebollert“, er hätte aus Angst sofort die Polizei gerufen, dann aber doch die Tür geöffnet. Dann soll die Schlägerei auch gleich ohne große Worte begonnen haben. Vor allem der 24-jährige Auszubildende soll den Lüdenscheider mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Als dessen Bruder, ein 36-jähriger Schlosser, zu Hilfe eilte und von hinten schob, sollen der 24-jährige Angeklagte und die beiden Brüder einige Treppenstufen zum Hof hinunter gefallen sein, wo dann auf den 36-Jährigen weiter eingeschlagen und -getreten worden sein soll. Er erlitt eine Gehirnerschütterung, Prellungen und eine Platzwunde im Gesicht.

Angeklagte schwiegen

Einige der gestern vernommenen Zeugen verwickelten sich in Widersprüche oder konnten sich nicht mehr klar an das Geschehen erinnern, so dass der genaue Hergang der Schlägerei vom Gericht noch nicht festgestellt werden konnte. Die beiden Angeklagten jedenfalls schwiegen zu den Vorwürfen. Die Verhandlung gegen die beiden Altenaer wird in zwei Wochen fortgesetzt. ▪ Anja Grevener

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