Amtsgericht: Geklautes Geld im Casino verzockt

Lüdenscheid - Er ist mal wieder nicht erschienen. Strafrichter Thomas Kabus und Amtsanwalt Markus Desecar warten vergeblich auf den Angeklagten. Damit verzichtet der auf eine – vielleicht aussichtslose – Verteidigung.

Der Lüdenscheider soll in einer Spielhalle in der Innenstadt als Kassierer gearbeitet und rund 900 Euro aus der Kasse geklaut haben. Wie sein Ex-Chef sagt, habe sein Mitarbeiter sich das schon mal erlaubt. „Da haben wir ihn aber nicht rausgeschmissen.“ Eine neue Chance. Das viele Bargeld in einer Spielhalle sei halt zu verlockend für gewisse Leute.

Doch der junge Mann nutzt die Chance nicht – und greift wieder zu. Das ist gleichzeitig sein letzter Arbeitstag in der Spielhalle. Sein Chef zeigt ihn an. Das Ermittlungsverfahren nimmt seinen Lauf. Die Kripo lädt ihn vor. Der Beschuldigte ignoriert das.

Dafür geben einige seiner Kumpels ihr Wissen preis. Er habe rumgeprahlt, er habe am Tatabend reichlich Euros in einer Spielbank verzockt. „Echt cool!“ Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage. Die Indizienlage ist ziemlich eindeutig. Doch zu einem Prozess kommt es nicht.

Obwohl der Angeklagte schon eine Vorstrafe hat, entscheidet Richter Kabus, ihm schriftlich einen Strafbefehl zu schicken – und nicht, ihn am selben Tag polizeilich vorführen zu lassen. Die 900 Euro werden teuer für den Mann. Das Urteil: 2700 Euro Geldstrafe.

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