Amtliches Todesurteil für gefährlichen Hund - "Spike" soll leben

Lüdenscheid - Das amtliche Todesurteil ist vom Tisch. Molosser-Mischling Spike darf weiter leben. Ab Sonntag hat der fünf Jahre alte Rüde ein neues Herrchen. Das teilt Stadtpressesprecher Sven Prillwitz mit.

Damit hat die Geschichte für den als aggressiv und angriffslustig eingestuften Hund, dessen ehemaliger Halter seit 2018 im Gefängnis sitzt, ein glückliches Ende gefunden. 

Rückblick: Das Ordnungsamt hatte Spike nach der Inhaftierung des heute 23-jährigen Lüdenscheiders beschlagnahmt und zunächst im Tierheim Dornbusch unterbringen lassen. Doch nach zwei Tagen stellte sich nach Worten Thomas Höllmanns, Vorsitzender des Tierschutzvereins, heraus: Hier Spike kann nicht bleiben. 

Eine professionelle Hundetrainerin nahm sich des Tieres an. Die Stadt kam seither für Unterbringung und Pflege auf – nach eigenen Angaben 15 000 Euro aus Steuermitteln. 

Alles über Spikes Geschichte

Am 13. Februar kündigte die Verwaltung gegenüber dem Häftling an, Spike aus Kostengründen einschläfern zu lassen. Der 23-Jährige konsultierte Rechtsanwältin Julia Kusztelak, die dem Todesurteil widersprach. 

Auf Vermittlung der Hundetrainerin erklärte sich jetzt ein namentlich nicht genannter Mann bereit, den bissigen Molosser-Mischling zu sich zu nehmen. Laut Prillwitz kommt Spike demnach auf einem Bauernhof außerhalb Lüdenscheids unter. 

Neues Herrchen hat Spike schon besucht

Der neue Halter habe den Rüden kennengelernt, könne mit ihm umgehen und erfülle die Voraussetzungen, Spike zu resozialisieren, so Prillwitz. Gleichzeitig bestätigt die Hundetrainerin, die Stadt angeschrieben und aus der Kostenverpflichtung entlassen zu haben. 

Über den neuen Halter sagt sie gegenüber unserer Redaktion: „Er hat Spike oft besucht und kommt nach und nach immer besser mit ihm klar.“ 

Rechtsanwältin Julia Kusztelak, die die Interessen des wegen räuberischer Erpressung verurteilten Lüdenscheiders vertritt, hat nach eigenen Worten inzwischen mit ihrem Mandanten über Spikes Zukunft gesprochen. Der 23-Jährige wisse, dass er den Hund nach der Haftentlassung nicht wiederbekommt. 

Doch er habe ihn nie für Straftaten trainiert oder benutzt. Kusztelak: „Mein Mandant hat die Straftat, für die er sitzt, 2015 begangen, Spike aber erst 2017 übernommen.“ 

Für die Stadt ist der Fall damit erledigt. Pressesprecher Sven Prillwitz, selbst Hundehalter: „Wir sind erleichtert und freuen uns sehr.“

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