Ampelkoaltion im Rat trägt CDU-Dezernenten mit

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Abschied im August: Wolff-Dieter Theissen.

Lüdenscheid - Die Ampelkoalition im Rat macht offenbar den Weg frei für die Neuwahl eines Fachbereichsleiters aus den Reihen der CDU in der Nachfolge von Wolff-Dieter Theissen, der altersbedingt Ende August aus städtischen Diensten ausscheiden wird.

Am Montag wird die Spitzenpersonalie Thema in der interfraktionellen Sitzung. Jens Voß als stellvertretender Fraktionschef der SPD wie auch Jens Holzrichter, Fraktionvorsitzender der FDP, kündigten auf LN-Nachfrage an, die „bewährte Gepflogenheit beizubehalten“, nach der die Verwaltungsspitze politisch ausgewogen besetzt sein sollte.

Das wäre bei der Wahl eines CDU-Kandidaten insofern gegeben, weil der zweite Wahlbeamte im Verwaltungsvorstand, Kämmerer Karl-Heinz Blasweiler, ein SPD-Parteibuch hat. Weitere politische Fragen werfen sich nicht auf, weil die übrigen Fachdienste von Martin Bärwolf und Hermann Scharwächter durch Laufbahnbeamte geleitet werden, die nicht politisch gewählt werden. Das war Beschlusslage des Rates im Zuge des Verwaltungsumbaus und der Neuordnung der Fachbereiche, die zuvor Dezernate hießen.

Abschied im November: Hermann Scharwächter.

Die Neuwahl des Dezernenten könnte theoretisch ab Anfang März erfolgen, im Idealfall sollte das so schnell wie möglich passieren. Es sei davon auszugehen, dass Mitarbeiter mit entsprechender Qualifikation „mit Sicherheit nicht arbeitslos sind und dementsprechend auch Kündigungsfristen haben“. Für Theissens Nachfolge ist zudem zu berücksichtigen, dass es sich nach Gemeindeordnung um einen Volljuristen handeln muss. „Das geht nicht mit jemandem, der frisch von der Uni kommt“, sagte Holzrichter.

Mit der Entscheidung, einen CDU-Kandidaten mitzutragen, wolle man auch eine gewisse Verlässlichkeit demonstrieren, hieß es bei FDP und SPD. „Eine solche Entscheidung sollte nicht dazu genutzt werden, eine aktuelle Mehrheit für die Zukunft zu zementieren.“

Eine Freifahrkarte wollen die Ampel-Fraktionschefs der CDU allerdings auch nicht ausstellen. Entscheidend sei in erster Linie natürlich die Qualifkation, nicht das Parteibuch.

Aktuell noch nicht auf der politischen Agenda findet sich eine weitere Nachfolgeregelung. Auch Hermann Scharwächter, als Fachbereichsleiter zuständig für die Fachdienste Jugendhilfe, Bildung, Schule, Sport, Volkshoch- und Musikschule, wechselt in den Ruhestand, und zwar im November dieses Jahres.

Auf diese Stelle erfolgt zwar kein politischer Zugriff, doch muss abgewogen werden, ob man für die Position eher einen Kandidaten mit sozialpädagogischem oder mit Verwaltungshintergrund sucht. Das spielt insofern eine Rolle, weil mit der Neustrukturierung der Verwaltung Zwischenhierarchien weggefallen sind. Die früheren Amtsleiter gibt es in dieser Form nicht mehr, so dass neben organisatorischer auch fachliche Kompetenz an der Spitze des Fachbereichs gefragt ist.

Andreas Hein als leitender Mitarbeiter aus dem Bereich hat zudem den Arbeitsplatz gewechselt und steht jetzt dem Fachdienst Personal vor. Seine Stelle ist bislang noch nicht neu besetzt, so dass im Bereich Jugend ein erheblicher Umbau ansteht.

Favorisiert werde für Scharwächters Nachfolge jedenfalls eine interne Bewerberin beziehungsweise ein Bewerber. Es sei auch Ziel beim Verwaltungsumbau gewesen, eigenen Mitarbeitern den Aufstieg bis in den Verwaltungsvorstand zu ermöglichen und so Motivation zu schaffen, so Holzrichter. Namen wurden noch nicht genannt.

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