Armbrust-Attacke: Amoklauf-Vorwurf nicht zu halten

LÜDENSCHEID ▪ Die Ermittlungen gehen weiter. Ob der Gymnasiast, der an der Moltkestraße zwei Polizisten mit einer Armbrust und einer Machete angegriffen hat, tatsächlich in der Innenstadt Amok laufen wollte, lässt sich offenbar nicht abschließend klären.

Rechtsanwalt Frank-Peter Rüggeberg, der den Beschuldigten vertritt, sagt, sein Mandant habe „sich vor der Tat von diesen Plänen verabschiedet“. Staatsanwalt Klaus Knierim sagte gegenüber den LN: „Das kann ich nicht widerlegen.“

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Möglicherweise wird der Vorwurf, die Tötung von Menschen mit Polizeiwaffen geplant zu haben, noch nicht einmal in den Prozess gegen den Jugendlichen eingeführt. Zwar geht Knierim davon aus, dass der Schüler „auf alles schießen wollte, was sich bewegt“. Den Nachweis darüber, sagte er jedoch, „kann ich nicht führen“. Auch die Frage, ob solcherlei Informationen auf dem Computer des 16-Jährigen offen zugänglich gewesen waren oder rekonstruiert wurden, ist noch nicht beantwortet. Das spielt für den Ankläger aber wohl eher eine untergeordnete Rolle. Knierim: „Dass er sich vor der Tat von diesen Plänen distanziert hat, kann man glauben oder auch nicht.“ Im Zweifel sprächen die Umstände wohl für den Beschuldigten.

Der Gymnasiast wartet in der Untersuchungshaft im Iserlohner Gefängnis für jugendliche Straftäter auf den Fortgang des Verfahrens. Eine erste Stellungnahme von Sachverständigen über seinen Zustand liegt bereits vor. Doch Staatsanwalt Klaus Knierim und Strafverteidiger Frank-Peter Rüggeberg warten nach wie vor auf das ausführliche schriftliche Gutachten. Knierim: „Bis das vorliegt, könnten noch ein paar Wochen vergehen.“

omo

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