Riesige Autogrammkarte zugunsten des "Weißen Rings"

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Herbert Herrmann, Sabine Meiritz-Bertermann, Nora von Collande und Kulturhausleiter Stefan Weippert. 

Lüdenscheid - Auf der Bühne kam die Farbe aus einer feuerroten Ketchup-Flasche, im Foyer des Kulturhauses war’s dann wohl eher Haltbarer: Ein rotes Irgendwas in der Mitte, ein liebevoll gestalteter, himmelblauer Punkt, ein paar blaue und gelbe Linien, die an ein Lächeln erinnern. Aber wichtig ist eigentlich etwas ganz anderes: Am unteren Rand befinden sich die Signaturen von Nora von Collande und Herbert Herrmann.

Am Donnerstagabend waren die beiden Schauspieler der Komödie am Kurfürstendamm mit ihrem Bühnenstück „Anderthalb Stunden zu spät“ zu Gast im nahezu ausverkauften Kulturhaus. In der Pause dann die Überraschung für die Zuschauer: Kulturhausleiter Stefan Weippert und sein Team kündigten eine amerikanische Versteigerung jenes Bildes an, das im Foyer ausgestellt war: „Wenn der erzielte Erlös über hundert Euro liegt, kommen Nora von Collande und Herbert Herrmann nach der Vorstellung noch mal ins Foyer und bedanken sich bei dem, der das Bild ersteigert, persönlich.“

Im Laufe der anderthalbstündigen ganz normalen Szenen einer Ehe auf der Bühne greifen die beiden Schauspieler als Pierre und Laurence zu Farbe und Pinsel und dekorieren eine Leinwand mit nicht wirklich künstlerischem Anspruch. Die bemalten Leinwände werden regelmäßig nach den Aufführungen nicht entsorgt, sondern als übergroße Autogrammkarten gegen eine Spende von mindestens zehn Euro abgegeben - zugunsten der Organisation „Weißer Ring“. Nora von Collande und Herbert Herrmann unterstützen den „Weißen Ring“ seit vielen Jahren als Botschafter.

Unter den hunderten von Zuschauern war am Donnerstagabend auch Sabine Meiritz-Bertermann, gemeinsam mit den Kolleginnen aus dem Seniorenheim Weststraße. Die Altenpflegerinnen hatten sich im Vorfeld zusammengetan, um der scheidenden Wohnbereichsleitung, Marina Scheithauer, mit dem gemeinsamen Besuch der Vorstellung ein Freude zu machen. Nun wird die Damenriege diesen Abend nicht so schnell vergessen. Denn aus einer Laune heraus bot Sabine Meiritz-Bertermann in der Pause mit, bekam bei 235 Euro den Zuschlag und war Besitzerin der riesigen Autogrammkarte.

Für Nora von Collande und Herbert Herrmann war nach der Vorstellung das Umziehen im Sprint Ehrensache. Gern lösten die beiden ihr Versprechen ein, kamen ins Foyer und bedankten sich bei der Gewinnerin. „Ihr seid doch viel zu jung für ein Altenheim“, ließ Herrmann sich aufklären, dass es sich um das Pflegepersonal und nicht um Bewohner handelt. Was aus dem großen Bild wird, weiß Sabine Meiritz-Bertermann noch nicht: „Aber da findet sich ganz sich ein schönes Plätzchen“.

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