Supermärkte haben anstrengende Wochen hinter sich

Der Alltag für Corona-Helden: "Ein paar Mal sind mir sogar Tränen gekommen"

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Sehr über den Dank der Kunden in der Anfangszeit der Coronakrise hat sich auch Kassiererin Nazmiye Günter gefreut. Mittlerweile sei das Verhalten einiger Kunden jedoch umgeschlagen.

Lüdenscheid - Die vergangenen Wochen waren für die Mitarbeiter von Supermärkten sehr anstrengend. Während in diversen anderen Branchen Kurzarbeit angemeldet werden musste, hatten die Mitarbeiter in den Supermärkten alle Hände voll zu tun. 

Das Verhalten der Kunden war dabei sehr unterschiedlich, wie Krystian Frankowski, Filialleiter des Edeka Preller, und seine Mitarbeiter berichten.

„Zu 99 Prozent waren die Kunden sehr verständnisvoll. Aber dieses eine Prozent Ausnahmen gibt es überall“, sagt der Filialleiter. So erinnert er sich daran, wie eine Mitarbeiterin an der Kasse von einem Kunden vermeintlich zurecht gewiesen wurde, weil sie hinter der Spuckschutz-Scheibe an der Kasse keinen Mundschutz trug. Der Kunde sei dabei sehr unfreundlich geworden. „Unsere Mitarbeiter tragen einen Mundschutz. In dieser Situation, an der Kasse hinter der Spuckschutzscheibe, kommen die Mitarbeiter jedoch nicht mit den Kunden in Berührung“, erklärt Krystian Frankowski, Filialleiter des Edeka Preller, dass es da nicht unbedingt notwendig sei. Und trotzdem trage die Mehrheit auch an dieser Stelle den Mund-Nasen-Schutz. Auf der anderen Seite sei es zum Glück nur einmal vorgekommen, dass ein Kunde sich weigerte, einen Mundschutz zu tragen.

Der Kampf um das Toilettenpapier

Schlimmer sei die Situation in seinen Augen zu Beginn der Coronakrise gewesen, als Hamsterkäufe – vor allem von Toilettenpapier – an der Tagesordnung waren. „Unendlich viele Menschen haben nach Toilettenpapier gefragt und einige waren sogar der Meinung, wir hätten welches im Lager versteckt. Das war natürlich nicht so“, sagt Krystian Frankowski.

Mittlerweile habe sich die anstrengende Situation etwas gelegt. Fast alle Produkte seien wieder vorhanden, nur einzelne Marken noch nicht, sodass die Kunden dennoch alles wieder bekommen, sagt Krystian Frankowski. Er betont aber auch, dass es immer nur Einzelfälle waren, in denen Kunden unfreundlich wurden.

Die meisten Waren sind wieder erhältlich. Lediglich einzelne Marken fehlen noch. Das gilt auch für das Klopapier.

Das bestätigt auch Mitarbeiter Sebastian Biermann. „Ich war sogar oft eher positiv überrascht, wenn ich von Kunden gehört habe: Es ist toll, dass ihr da seid“, sagt er. Und Kassiererin Nazmiye Günter berichtet: „Viele haben Süßigkeiten gekauft und sie für uns dagelassen. Ein paar Mal sind mir sogar Tränen gekommen, weil es so schön war, wie und mit welchen Worten sich die Kunden bedankt haben.“ Vor allem in der Anfangszeit der Krise sei es zu solchen Situationen gekommen. Das habe sich in der letzten Zeit aber wieder geändert.

Kunden lassen schlechte Laune an Mitarbeitern aus

Die Stammkunden seien in der Regel nach wie vor freundlich. Bei einigen anderen Kunden sei mittlerweile jedoch auch mal das Gegenteil der Fall. Einige Kunden seien von der derzeitigen Situation genervt und ließen die schlechte Laune an den Mitarbeitern aus.

„Es wurde das Geld einfach an der Kasse hingeschmissen“, nennt sie ein Beispiel, oder es wurde behauptet, in der Gemüseabteilung seien zu viele Menschen. Und einigen müsse man auch immer wieder sagen, dass sie ihre Maske richtig aufsetzen müssen und im Geschäft nicht unter dem Kinn hängen haben dürfen.

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