Altstadt: Zwei Brände in einer Nacht

LÜDENSCHEID ▪ Für die Männer der Lüdenscheider Feuerwehr war es „die Nacht der langen Messer“. Denn nur sieben Stunden, nachdem sie zu dem Kellerbrand zur Römergasse in der Altstadt ausgerückt waren (wir berichteten) und sich von dem anstrengenden Einsatz erholen und ihre Ausrüstung wieder auf Vordermann bringen konnten, brannte es schon wieder in der Altstadt – diesmal in einem Kellerraum an der Corneliusstraße. 14 Menschen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins klinikum transportiert werden.

Die Gegebenheiten vor Ort gestalteten sich ähnlich schwierig wie die vertrackte Treppenhausaufteilung an der Römergasse. Denn einerseits mussten die Bewohner des Hauses von der Corneliusstraße aus ins Freie gerettet werden. Andererseits lag der Brandherd im Kellergeschoss in einem Raum auf der Rückseite des Gebäudes. Und die war am besten von der Humboldtstraße über eine kleine Stichstraße aus zu erreichen.

Beim Eintreffen der Löschmannschaften – im Einsatz waren die Hauptwache sowie drei weitere Löschzüge mit insgesamt 52 Leuten – quoll bereits dichter Rauch aus dem Gebäude. 13 der insgesamt 17 Personen, die zur Brandzeit zu Hause waren, konnten sich rechtzeitig selbst auf die Straße retten. Aus einem oberen Geschoss bargen die Feuerwehrmänner eine Frau per Drehleiter. Sicherheitshalber war vorher eine weitere Drehleiter als Reserve angefordert worden – diesmal aus Werdohl.

Drei weitere Bewohner holten die Retter durchs Treppenhaus an die frische Luft und schützten sie auf dem Weg nach draußen mit sogenannten Fluchthauben. Die Helfer brachten alle Mieter auf den Platz vor der Kerksighalle, wo der Rettungsdienst und das Deutsche Rote Kreuz einen im Feuerwehrjargon „Bereitstellungsraum“ bezeichneten Sammelpunkt eingerichtet hatte. Die Notärztin ließ 14 der betroffenen Menschen zur Untersuchung und Beobachtung vorsorglich nach Hellersen bringen.

Wie zuvor an der Römergasse riegelte die Feuerwehr den Kellerzugang an der Corneliusstraße mit einem rauchdichten Vorhang ab, um das Treppenhaus zu schützen und die Flucht über die Treppen zu ermöglichen. Zwei Trupps unter schwerem Atemschutz rückten jeweils von außen und innen gegen die Flammen vor. Wie sieben Stunden zuvor stellten die Löscharbeiten die Männer vor keine nennenswerten Probleme. Der Brand in dem Mietshaus war vergleichsweise schnell gelöscht.

Um 7.10 Uhr heute Morgen war dann auch der zweite anstrengende Einsatz der Nacht erledigt.

Olaf Moos

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