Viele Wünsche und viele Wege beim Thema Altstadt

LÜDENSCHEID - Wie die höchst unterschiedlichen Interessen von Anwohnern, Geschäften und Besuchern der Altstadt mit Blick auf den Straßenverkehr in den engen Gassen übereinzubringen sind, beschäftigte die Ratsfraktionen von SPD, FDP und CDU in ihren Sitzungen am Montagabend.

Auslöser war der Antrag des CDU-Ratsherrn Rüdiger Wilde, der eine Aufhebung des Taxi-Verbots für die Oberstadt zugunsten strenger Auflagen und neuer Verkehrsregelungen fordert.

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„Wir wollen auf keinen Fall wieder Taxen unbeschränkt zulassen“, erklärte SPD-Fraktionschef Ingo Diller. Die Anlieger der beschaulichen Sträßchen sollten ihre Ruhe behalten können. Ob überhaupt etwas an der geltenden Einzelnachweis-Regelung zu ändern sei, wolle die SPD erst nach einer Rückfrage in der Stadtverwaltung prüfen. Diller: „Wir wollen wissen, ob es da bisher Beschwerden gab und wie die gegebenenfalls aussehen.“ Eine Lösung über funkgesteuerte und versenkbare Poller, das habe man bei anderer Gelegenheit schon einmal überprüft, werde voraussichtlich zu teuer.

Die Altstadt zu beleben, ohne die Anwohner zu stören, dabei das Interesse von Gastronomen, Gästen und Anliegern an Taxifahrten bis vor die Haustür zu berücksichtigen, die aber wiederum keine Gefährdung für Fußgänger darstellen dürften: „Das ist alles zu komplex, um es mal eben abzustimmen“, findet Jens Holzrichter, Vorsitzender der FDP-Fraktion. Der Antrag Wildes erscheine ihm jedenfalls nicht ausgereift, da die darin vorgeschlagenen Maßnahmen kaum zu kontrollieren wären. Und auch die FDP wolle nicht zurück zum Durcheinander vergangener Tage.

„Es müsste der Stadtverwaltung aber möglich sein, die Erfahrungen anderer Städte mit ihren Altstadtvierteln abzufragen“, schlägt der Liberale vor. Außerdem habe man schon einmal angesetzt, den rollenden Verkehr über die Wilhelmstraße in Höhe des Stern-Center-Haupteingangs abzubinden. So wäre der Kern der Fußgängerzone sicher, zugleich bliebe die Oberstadt erreichbar. Doch auch darüber sollte die Politik noch einmal in Ruhe reden, meint Holzrichter. Zu finden sei jetzt eine Lösung, die Bestand habe. Das gelte auch für die versenkbaren Poller, die unter Umständen ein Sicherheitsrisiko darstellten, wenn sie sich bei Eiseskälte nicht einfahren ließen und der Feuerwehr den Weg versperrten.

Die CDU sieht in Wildes Antrag ihrerseits einen Anstoß, die Debatte um den Verkehr in der Innenstadt nach vielen Beschwerden nochmals aufzunehmen, sagte der Fraktionsvorsitzende Oliver Fröhling. Die Union beabsichtige zudem, in einem Antrag auf das problematische Pflaster in der Altstadt aufmerksam zu machen. Fröhling: „Mit Gehstock oder Rollator ist das kaum mehr passierbar.“ Wenn die Verwaltung, wie kürzlich beim Besuch von SPD-Bauminister Groschek erklärt, die Altstadt nach Abschluss der Denkfabrik als größeres Projekt entwickeln wolle, müsse die Zeit bis dahin für sinnvolle Vorbereitungsarbeiten genutzt werden. - hgm

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