Altstadt: Letzte Sommersaison in vertrautem Ambiente, dann rollen die Bagger an

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Ab 2021 wird sich das Bild der Altstadt, der Gassen und Plätze, verändern.

Lüdenscheid – Es dürfte die letzte Sommersaison im altvertrauten Ambiente werden: Das wellig gewordene Pflaster, die holprigen Wege vorbei am Brunnen in die Gassen – der Graf-Engelbert-Platz wird sich, so ist es vorgesehen, ab 2021 im Zuge des Altstadtumbaus auch verändern.

In diesem Jahr liegt aber noch der Hochbau im Fokus: der Bau der Musikschule und die Fertigstellung des Alten Rathauses. In Altstadt und Wilhelmstraße bewegt sich ebenfalls viel – aber vor allem planerisch. In diesem Jahr müssen wesentliche Entscheidungen fallen. Eine davon: Welches Pflaster wird denn nun verlegt?

Die Vorschläge kennen die Lüdenscheider von der Musterfläche vor dem Stadtumbaubüro, Luisenstraße 19. Klar sei bislang nur, so sagt ZGW-Chef Frank Kuschmirtz, dass es ein Natursteinpflaster sein werde. Für die Ausführungsplanung sei wichtig, dass der Förderbescheid da sei. Ende 2019 habe man einen Förderantrag gestellt; auf Erteilung hofft man Ende August, Anfang September. „Der Laie macht sich oft keine Vorstellung davon, von wie vielen Rahmenbedingungen das abhängt“, so Kuschmirtz. Wenn Steuergelder fließen, sind die Hürden hoch. Aber: „Es geht voran, auch wenn es manchmal ein bisschen schleppend wirkt.“

Die Förderbescheide sind die Taktgeber des Zeitplans. Denn, so erläutert Frank Kuschmirtz, die Ausschreibungen und Vergaben müssten sich danach richten, dass die Finanzierung sichergestellt sei. Hier müsse man mit der Gefahr leben, dass das Land NRW die Gelder mit Rücksicht auf den eigenen Haushalt nur gestreckt freigebe. Das könne sich wiederum auf den Lüdenscheider Zeitplan auswirken, ihn möglicherweise über 2021,’22 und ‘23 hinaus auf 2024 verlängern. Was das bedeutet, ob die Stadt Bauabschnitte vorfinanzieren könne und wolle – solche Fragen sollen bei der Sitzung des Stadtplanungs- und Umweltausschusses am 5. Februar diskutiert werden.

Zu den Baumaßnahmen gehört die Erneuerung von Hausanschlüssen sowie eine punktuelle Schachtsanierung. Andreas Köster, Sprecher der Enervie in Hagen, verweist auf Ende Januar, da sei man mit der Planung etwas weiter. Klar sei: „Wir müssen in den Bereichen Herzogstraße, Corneliusstraße und Schemperstraße tätig werden.“ Hier bestehe bei Gas-/Wasseranschlüssen Handlungsbedarf. 

Die Großmaßnahme in der unteren Wilhelmstraße ist hingegen schon für den Zeitraum März bis Oktober 2021 terminiert. 

An der wichtigen Schnittstelle zwischen Stadt, Händlern, Bürgern, Hauseigentümern und sonstigen Altstadt-Akteuren teilen sich künftig zwei Ansprechpartner die Arbeit: die WKL als gut vernetzter, heimischer Verein und ein – förderrechtlich vorgeschriebenes – neues Altstadtbüro, das noch gefunden werden muss.

Vom Altstadtbüro unter Leitung von Martin Vöcks hatte sich die Stadt getrennt. Dem Büro war es nicht gelungen, eine breite Akzeptanz und Basis für seine Arbeit zu finden.

Nach der Planungsausschusssitzung Anfang Februar kann die Ausschreibung erfolgen. Dann, so Martin Bärwolf (Fachbereichsleiter Planen und Bauen), komme es darauf an, wie viele Büros sich bewerben und wann sie zur Verfügung stünden: „Ich gehe davon aus, dass wir Mitte des Jahres ein neues Altstadtbüro haben.“

Die WKL hingegen steckt schon mitten in der Arbeit. Ihre Kernaufgabe: herauszufinden, wie man die alltäglichen Probleme während des Umbaus als zentraler Ansprechpartner bündelt und löst. Und wie man es gemeinsam schafft, dass Händler, Dienstleister und Gastronomen am Standort Alt- und Innenstadt überleben.

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