Altstadt Goldschmiede „Nic“ feiert 25-Jähriges

Alfred und Barbara Niclas haben bis heute ein besonders inniges Vater-Tochter-Verhältnis – und freuen sich gemeinsam über das 25-jährige Bestehen „ihrer“ Altstadt-Goldschmiede.

LÜDENSCHEID ▪ Ihre Werkstatt ist der Traum jeder Frau, ihre Tätigkeit kreativ und dabei ganz traditionell und ihre Produkte sehenswerte Unikate. Kein Wunder, dass Kunden von weither den Weg in die Lüdenscheider Altstadt finden, um bei Barbara Niclas nach dem besonderen Geschenk zu suchen.

In diesem Jahr feiert die Goldschmiedemeisterin das 25-jährige Jubiläum ihrer Altstadt-Goldschmiede „Nic“.

Einer, der dabei nicht fehlen darf, ist Vater Alfred. Er war es, der 1978 im Alter von 53 Jahren einen Neubeginn wagte und in die Selbstständigkeit startete. Denn obwohl er selbst gelernter Goldschmied war, führte er zunächst mit seiner Frau ein Spielwarengeschäft an der Werdohler Straße. „Doch mein eigentlicher Beruf hat mich nie los gelassen, die Arbeit hat mir immer gefehlt.“ Und als Tochter Barbara dann nach dem Abitur eine Lehrstelle suchte, erfüllte sich Niclas seinen Lebenstraum und eröffnete an der Werdohler Straße seine eigene Goldschmiede – mit seiner Tochter als Lehrling. „Wir wussten natürlich nicht, ob das klappen kann, aber es lief alles erstaunlich harmonisch. Und mein Vater hatte nichts verlernt, sondern hat mich super ausgebildet“, erinnert sich Barbara Niclas. Und dieses Kompliment gibt ihr Vater sogleich zurück: „Sie ist unheimlich kreativ. Ich bin sehr stolz auf sie.“

Dennoch waren die ersten Jahre nicht einfach, „bis man sich etabliert hat, dauert es eben seine Zeit“, weiß Alfred Niclas. Doch bis heute gelte: Wer einmal da war, kommt immer wieder. Und so starteten Vater und Tochter nach einigen Jahren erfolgreich durch, zogen mit der Goldschmiede-Werkstatt an die Herzogstraße. Nach der Lehre, einer zusätzlichen Ausbildung zur staatlich geprüften Gestalterin sowie der Meisterprüfung übernahm dann Barbara Niclas vor 13 Jahren das kleine Unternehmen, zog in die Räume an der Luisenstraße. Vater Alfred ging in den Ruhestand, findet aber bis heute fast täglich den Weg in die Goldschmiede.

Und mit ihm Kunden aus der ganzen Region - auf der Suche nach Unikaten fernab der bekannten Marken. Längst arbeitet Barbara Niclas nicht mehr allein, sondern wird von zwei Gesellinnen und zwei Auszubildenden unterstützt. Sie sind es, die die Auftragsarbeiten umsetzen, ihrer Kreativität rund um Ringe, Ketten und Ohrringe freien Lauf lassen.

„Mein Bestreben ist es, für jeden Kunden das passende Stück zu finden und anzufertigen“, sagt Niclas. Und das kann üppig verspielt bis schlicht und edel sein, aus Silber oder Gold bestehen. „Zu mir kommen Jugendliche mit dem Wunsch nach Freundschaftsringen ebenso wie Brautpaare oder Kunden mit extravaganten Vorstellungen“, betont die Goldschmiedemeisterin. Schmuckreparaturen, Restaurationen sowie Umarbeitungen vervollständigen das Tätigkeitsfeld.

Das ist es auch, was Barbara Niclas am Herzen liegt: die traditionelle Handwerkstechnik im modernen Kontext zu sehen, das Bewusstsein für die alte Tradition zu erhalten. Dazu gehört es für sie auch, jungen Leuten die Chance zu geben, ihr Handwerk kennen zu lernen.

Und dass auch ihre Ideen noch längst nicht erschöpft sind, zeigen die vielen Entwürfe, die noch in den Mappen schlummern und auf ihre Realisierung warten – eben dann, wenn die richtige Person zum richtigen Schmuckstück den Weg in die Altstadt-Goldschmiede findet.

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