Altlasten: Busbahnhof kostete 200 000 Euro mehr

200 000 Euro mehr als geplant kostete die Herrichtung des Busbahnhofs am künftigen Hermann-Reitz-Platz.

LÜDENSCHEID - 761 000 Euro sollte die Herrichtung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB) am Stadtbahnhof kosten – auf der Schlussrechnung der beauftragten Firma standen jedoch 200 000 Euro mehr. Die Verwaltung ließ diese böse Überraschung für den Stadtrat am Montag ausführlich auflisten. „Wir wollen damit Klarheit schaffen, damit es nicht heißt, wir könnten nicht rechnen“, sagte Stadtkämmerer Karl Heinz Blasweiler auf LN-Anfrage.

▪ Mehr als die Hälfte der Mehrkosten entstand demnach, weil sich erst im Verlauf der Arbeiten herausstellte, dass fast das gesamte Baufeld ein Gemisch aus Schlacke, Bauschutt und Boden war. So mussten 5000 Tonnen zusätzlich abgefahren werden, eine Menge, die 200 Lkw-Ladungen entspricht – oder 103 000 Euro zusätzlich. Zwar hatte es im Vorfeld Bodenuntersuchungen gegeben. Doch diese „vereinzelten Stichproben“ hätten „keine nennenswerte Verunreinigung“ gezeigt, heißt es in der Beschlussvorlage.

▪ Auch die Rohrgräben konnten mit dem kontaminierten Boden nicht wieder aufgefüllt werden: macht 10 000 Euro zusätzlich.

▪ Um das brüchige Schlacke-Schutt-Gemisch tragfähig zu machen, musste ein „Geo-Gitter“ eingebaut werden – für 11 000 Euro zusätzlich.

▪ Obendrein fanden sich im Boden Fundamente und große Schuttteile, die herausgesucht werden mussten – für 13 000 Euro zusätzlich.

▪ Vor der Ausschreibung war der Asphalt auf Teerbelastung untersucht worden. Auch hier fand sich während der Erdarbeiten noch mehr phenolbelasteter Asphalt, der eigens zu entsorgen war – für 7000 Euro zusätzlich.

▪ Unter der vorhandenen Asphaltschicht hatte man vor Beginn der Arbeiten Großpflaster-Natursteine vermutet. Tatsächlich fehlten diese aber an vielen Stellen, weil sie offenbar im Zuge früherer Maßnahmen entfernt worden waren. Das verursachte Zusatzkosten von 18 000 Euro.

▪ Schließlich wurden nach Abstimmung mit dem Behindertenbeauftragten deutlich mehr Leit-Elemente für blinde und sehbehinderte Menschen gebraucht als geplant, die 9000 Euro mehr kosteten.

Von den 200 000 Euro mehr werden 155 000 aus übrig gebliebenen Mittel im Bereich der Gleisverlegung bezahlt – hier hatte die Stadt weniger als geplant berappt. „Wir haben noch nie Gleise verlegt“, hieß es dazu im Rat auf Nachfrage von Jens Holzrichter (FDP). Das übrige Geld wird aus Haushaltsresten aufgebracht. Die Politiker billigten die Vorlage einstimmig.

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