Verdruss am Buckesfeld

Altes Wahllokal bleibt bestehen - allerdings nicht für die unmittelbaren Nachbarn

Eine Frau wirft in einem Düsseldorfer Wahllokal ihren Stimmzettel in die Urne
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Symbolbild

Ein neuer Zuschnitt von Stimmbezirken, wie ihn der örtliche Wahlleiter bei den zurückliegenden Bundestagswahlen wieder einmal vollzogen hat, sorgte diesmal für Verdruss im Stadtteil Buckesfeld. Nach Angaben von LN-Leser Hartmut Nies, Anwohner der Lortzingstraße, mussten etliche seiner hochbetagten und teils gehbehinderten Nachbarn diesmal ungewohnt lange Wege zu ihrem Wahllokal bewältigen.

Lüdenscheid - Als die Stadtverwaltung die Wahlbenachrichtigungen an die Bürger verschickte, offenbarte sich für Hartmut Nies und seine Nachbarn an der Lortzing- oder Wagnerstraße: Der kurze Weg zur Grundschule Lösenbach zur Stimmabgabe ist Vergangenheit, das Wahllokal liegt nun mehr in den Räumen der Richard-Schirrmann-Realschule – „1,2 Kilometer von unseren Häusern entfernt“, wie Nies sagt.

Teilweise haben sich die Anwohner darauf eingestellt und ihre Stimme per Briefwahl abgegeben, um sich den Fußweg zur Realschule zu ersparen. Andere wiederum mussten sich einen Transport organisieren oder genug Zweit für Hin- und Rückweg einplanen. Am frühen Sonntagmorgen wurde der neue Zuschnitt des Stimmbezirks für die Anwohner noch unverständlicher.

Hartmut Nies: „Als der Schulhausmeister bei uns gegenüber ein ‘Wahlraum’-Schild aufhängte und die Deutschland-Fahne hisste, habe ich fast Schnappatmung gekriegt.“ Denn die Grundschule Lösenbach war wider Erwarten doch wieder Wahllokal – nur für die Menschen aus deren unmittelbarer Nachbarschaft eben nicht mehr.

Stadtpressesprecherin Marit Schulte-Zakotnik erklärt die „Anpassung der Stimmbezirke“ und die Verlegung von Wahllokalen mit der ungleichen Verteilung von Wahlberechtigten. „Es gibt Stimmbezirke mit 900 Wählern, andere wieder haben 1700 Wähler.“ Das Ziel sei, die Wahlvorstände gleichmäßiger zu belasten. Wie es heißt, wirke sich ein neuer Zuschnitt von Stimmbezirken auch positiv auf die Zeit der Auszählung der Stimmzettel aus, wenn die Zahl der Wähler in den Wahllokalen etwa gleich groß ist.

Für Einzelfälle, in denen es für Wahlberechtigte plötzlich viel längere Wege zur Urne geben sollte, empfiehlt Marit Schulte-Zakotnik, vermehrt von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch zu machen.

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