Einige Sparbücher verfallen

Altes Sparbuch gefunden - Gibt es noch Geld?

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Alte Sparbücher.

Lüdenscheid - Manchmal kommt es vor, dass bei Haushaltsauflösungen alte Sparbücher gefunden werden. Banken bringen diese auf den aktuellen Stand und rechnen den Betrag nach offiziellem Kurs in Euro um. Sogar die Zinsen werden nachgetragen. Aber Vorsicht: Der Service gilt nicht für alle Sparbücher.

Alte Sparbücher können bei der Bank auf den aktuellen Stand gebracht werden. Das geht auch nach Jahrzehnten noch. Wird ein altes Sparbuch gefunden, das noch zu DM-Zeiten eingerichtet wurde, rechnet die Bank den Betrag mit dem offiziellen Kurs in Euro um und trägt die aufgelaufenen Zinsen nach.

Es kommt immer mal wieder vor: Bei der Haushaltsauflösung der Eltern oder Großeltern wird ein Sparbuch gefunden. Häufig sind diese noch zu DM-Zeiten ausgestellt und dann vergessen worden. Erben sind oft unsicher und fragen sich, ob die Sparbücher noch gültig sind.

Zumal sich in jüngster Zeit einige Banken quer gestellt und die Auszahlung der Sparsumme nebst Zinsen blockiert hatten – lange juristische Auseinandersetzungen folgten. Kunden der Sparkasse Lüdenscheid, die rund 60 Prozent Marktanteil in der Stadt hat, müssen das nicht befürchten.

Der rechtmäßige Erbe eines Sparbuches ist berechtigt, sich das gesamte Guthaben auszahlen oder auf sein Konto überweisen zu lassen.

Voraussetzung ist, dass er sich zum Beispiel mit einem Erbschein als rechtmäßiger Erbe legitimieren kann und das Konto noch existiert und nicht beispielsweise vom Verstorbenen bereits vor seinem Tod selbst aufgelöst wurde.

Das prüfen die Kreditinstitute nach. Das gilt auch für Sparbücher, die für ungültig erklärt wurden, weil sie zum Beispiel als verloren gemeldet und später wieder gefunden wurden. Das Guthaben existiert weiterhin. Der rechtmäßige Erbe kann es sich auszahlen lassen.

Das ungültige Sparbuch-Dokument selbst ist dann nur noch ein Andenken mit historischem Wert. Davon zu unterscheiden ist der gar nicht mal so seltene Fall, dass ein Sparbuch nicht gefunden, sondern verloren wurde.

Dann wissen die Bankkunden, dass sie ein Sparbuch haben, können es aber nicht vorlegen, weil es zum Beispiel bei einem Brand zerstört wurde oder aus Versehen in der Papiertonne landete.

Dann muss eine sogenannte Kraftlosmeldung erfolgen, bevor dem Anspruchsberechtigtem das Geld ausgezahlt wird. Für die Kraftloserklärungen von Sparbüchern sind eigentlich die Amtsgerichte zuständig.

Wegen des aufwendigen Verfahrens wird der offizielle Pfad bei den meisten Banken aber nur bei sehr hohen Beträgen oder berechtigten Zweifeln beschritten. Bei der Sparkasse Lüdenscheid gab es in den vergangenen fünf Jahren nach eigenen Angaben gerade einmal zwei solche Fälle.

In der Regel folge man den Angaben der Berechtigten und zahle das Guthaben aus, sagt Volker Schnippering, stellvertretender Sprecher der Sparkasse Lüdenscheid. Banken und Sparkassen müssen Sparkonten, auf denen 30 Jahre kein Umsatz getätigt worden ist, aus der Handelsbilanz ausbuchen.

Bei der Sparkasse Lüdenscheid beträgt diese Frist 20 Jahre. Wer nach dieser Zeit ein gefundenes Sparbuch vorlegt und seinen Anspruch belegen kann, bekommt sein Geld unproblematisch ausgezahlt. Bei der Sparkasse Lüdenscheid kommt dies relativ selten vor.

Von „Ausnahmefällen“ ist die Rede. Eine Einschränkung gibt es allerdings. Sparbücher in Reichsmark oder Ost-Mark sind laut gesetzlichen Vorgaben abgelaufen. Diese Sparbücher existieren offiziell nicht mehr, das Geld ist weg.

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