Bauarbeiten in der Altstadt

Rathaus: Baustelle "voll im Zeitplan" - trotzdem dauert es länger

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Der Fensteraustausch im Alten Rathaus läuft.

Lüdenscheid – Die Säge frisst sich laut und vernehmlich durchs Holzfenster, an dessen Scheibe noch ein Werbeplakat für Kurse klebt. Im Eingangsbereich des Alten Rathauses liegt schon der große neue Rahmen, der gleich eingebaut wird. Seitdem am Montag die neuen Holzfenster geliefert wurden, geht’s Schlag auf Schlag. Mitte Februar sollen alle rund 70 Fenster ausgetauscht sein.

Falk Dietrich, zuständiger Architekt bei der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) der Stadt, ist ganz begeistert von den zügigen Fortschritten – und von den neuen Fenstern: „Wie schön das aussieht!“ Zwar ist man mit den Arbeiten „zu 100 Prozent im Zeitplan“, dennoch verschiebt sich der ursprünglich für Februar geplante Wiedereinzug der Volkshochschule (VHS). „Gerne im Sommer, Tendenz ist aber Herbst.“ Das werde mit dem Semesterbetrieb abgestimmt.

Grund für die längere Umbaudauer ist eine zusätzliche Modernisierungsmaßnahme: die Digitalisierung. Das gehöre nicht zum IHK-Förderprogramm, das für die VHS rund 1,4 Millionen Euro für Barrierefreiheit und energetische Sanierung vorsieht. Doch die Stadt habe die Digitalisierung öffentlicher Gebäude ohnehin auf der Agenda, und der Rat habe dafür im Dezember rund 200 000 Euro bewilligt. Es biete sich an, das mitzumachen, und die VHS habe keinen Umzugsdruck.

Sobald das Gerüst abgebaut ist, beginnen die Ausschachtungsarbeiten für den Aufzug. Der ist zwischen den Gebäuden Alte Rathausstraße 1 und 3 vorgesehen und war schon in der Planung eine besondere Herausforderung. Die Arbeiten für den Aufzug waren ohnehin noch nicht vorgesehen – „wir haben mit Winter gerechnet“. 

Nun also erst einmal die Fenster: Die neuen zweiflügeligen, einbruchhemmenden Fenster haben sogenannte Wiener Sprossen. Die sind auf die durchgehenden Scheiben aufgeklebt und zitieren die ursprüngliche Optik. Damit hat man eine Forderung des Denkmalschutzes erfüllt. Dietrich: „Die Abstimmung hat hier super geklappt.“

Aus optischen Gründen könne man diese Flügel nicht kippen. Aber das Halbrund, das die Fenster nach oben begrenzt, sei kippbar. Diese Elemente werden in der kommenden Woche geliefert. Bis dahin dient eine Holzverschalung als Platzhalter. 

Die neuen Fenster sind Teil der energetischen Sanierung des Alten Rathauses. Die geht einher mit einer Innendämmung, die allerdings auf architektonische Details wie Wandverkleidungen oder Stuckverzierungen Rücksicht zu nehmen hat. Wo es möglich ist, wird eine acht Zentimeter dicke Innendämmung vorgemauert. Außerdem müssen die Decken dort aufgemacht werden, wo sie an die Außenmauer stoßen, um eine durchgehende Dämmung zu ermöglichen, andernfalls droht Schimmel.

„30 Prozent Energieeinsparung müssen wir erreichen, aber wir sind drüber“, erläutert Dietrich die Förderbedingungen. Allein durch neue Anlagentechnik spare man 15 Prozent Heizkosten. Wie hoch die Kostenersparnis letztlich ist, lässt sich erst im Betrieb sehen. Denn jeder Ersparnis stehen auch steigende Energiekosten gegenüber.

Wesentlicher Baustein für effizienteres Heizen ist die neue, um die Hälfte kleinere Heizungsanlage im Keller. Die arbeite kumulierend, so Dietrich, das heißt, sie erzeuge nur so viel Energie wie gebraucht werde. Eine altbauspezifische Bedingung der Ausschreibung war übrigens, dass die Anlage durch die Kellertür passt.

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