Altersgerechtes Wohnen mit Liebe zum gewohnten Umfeld

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Das altersgerechte Wohnen in Lüdenscheid war Thema im Ausschuss für Soziales, Senioren und Demografie am Dienstag. Vertreter von vier Wohnungsgesellschaften berichteten.

Lüdenscheid - Wer älter ist, möchte solange wie möglich in seinen eigenen vier Wänden und auch in dem entsprechenden Stadtteil bleiben. Die Liebe zum gewohnten Umfeld ist weit verbreitet. Barrierefreiheit spielt zudem eine immer größere Rolle. Notwendige Umbauten sind aber nicht immer so einfach zu stemmen, denn sie sind – auch aufgrund der topografischen Lage – kostenintensiv.

Das ist das Fazit von vier Vorträgen, die Vertreter Lüdenscheider Wohnungsgesellschaften im Ausschuss für Soziales, Senioren und Demografie am Dienstag zum Thema altersgerechtes Wohnen hielten. Dabei stehen bei allen Vermietern die individuellen Interessen ihrer Mieter im Vordergrund. Eine Rolle spielt aber auch, wie alt die Häuser sind.

Den Anfang machte Peter Sippel von der Blecher & Sippel Immobilienverwaltung. „Wer heute nicht barrierefrei baut, der schmeißt Geld zum Fenster heraus“, war sein Credo. Gut 200 barrierefrei Wohnungen im gesamten Stadtgebiet und in Nachbarstädten verwaltet die GmbH. Die Innenstadtlage – wie zum Beispiel bei den Objekten Im Hasley und an der Gartenstraße – seien sehr begehrt. Im Außenbereich werde es schwieriger, gerade wenn die Infrastruktur nicht stimme. Allerdings mache der Fremdeinkauf von Leistungen wie Reinigung, Gartenpflege, Winterdienst oder Wartungskosten für die Aufzüge einen hohen Anteil an Nebenkosten aus. Für die Anmietung der Wohnungen ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich.

Michael Schürmann vom inhabergeführten Familienunternehmen Schwarz und Born erklärte, der Betrieb verfüge über 800 Wohneinheiten, davon 170 barrierefrei. „Mieter fühlen sich in ihrer Selbsteinschätzung oft nicht alt. Sie möchten so lange wie möglich in ihren Wohnungen bleiben, auch weil sie den sozialen Kontakt in ihrer Umgebung behalten möchten. Wir haben viel alten Bestand und müssen die Wohnungen den Bedürfnissen unserer Mieter anpassen.“ Schwarz und Born sei von der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik zertifiziert. Mitarbeiter hätten sich weitergebildet, um gerade ältere Mieter sachgerecht und individuell zu unterstützen.

Christoph Loos, Geschäftsführender Vorstand der Lüdenscheider Wohnstätten AG, einer fast 100-prozentige Tochter der Stadt, mit 2080 Wohnungen sagte, auch dieser Wohnungsbestand sei relativ alt. Altersgerechtes Bauen sei oft schwierig und kostenaufwendig. Wo es gehe, sei die Lüwo bemüht, barrierearme oder -freie Wohnungen zu schaffen. „Aber sie müssen bezahlbar bleiben.“

Ingrid Klaas und Cornelia Daume von Sahle-Wohnen mit 750 Wohnungen in Lüdenscheid hoben besonders das Projekt „Im Sternhaus“ an der Glatzer Straße 55 hervor. Hier sei ein Netzwerk mit einem Gemeinschaftsraum entstanden, das ein aktives Miteinander der Mieter ermögliche. „Die Gemeinschaft ist der Schlüssel zum Glück“, meinte Cornelia Daume. Alle Angebote für Senioren anzudocken, erfordere aber einen Partner, der dies koordiniere.

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