„Alter Kamerad“ auf Reisen

Das Lüdenscheider THW-Fahrzeug auf dem Weg nach Tunesien.

Lüdenscheid - 29 Jahre lang hat er seinen Dienst beim THW Lüdenscheid geleistet. Vor einem Jahr wurde er ausgemustert – GKW 1 THW-88123. Nunmehr ging er auf ganz große Dienstfahrt. Ziel: Tunis in Tunesien.

Befreit von allen Lasten wurde das Fahrzeug von dem THW-Mitarbeiter Marcel-Etienne Gose (Ortsverein Bünde) nach Genua gefahren. Nunmehr wurde der GKW 1 vom THW-Präsidenten Albert Brömme an den tunesischen Zivilschutz übergeben.

Beim THW Lüdenscheid heißt es: „Wir sind uns sicher, dass das Auto seinen neuen Besitzern noch viele Jahre Freude machen wird. Befreit von der Feuchtigkeit und in der warmen Luft, gepflegt von ehrenamtlichen Zivilschutzhelfern, die teilweise in Deutschland ausgebildet wurden, wird er es gut haben – unser alter Kamerad.“

Weiter schreibt das THW: „Und wenn Sie in Afrika sind und es kommt Ihnen ein THW-Fahrzeug entgegen – nein, keine Fatamorgana. Es es ist dann ein Veteran aus Deutschland, der nach jahrzehntelanger Tätigkeit für die deutsche Bevölkerung weiter zum Wohle der Menschen in Afrika eingesetzt wird. Gut angelegtes Geld –woll?“

„Fahrzeuge, Geräte und eine gute Ausbildung sind Grundsteine für eine effektive Hilfe im Notfall“, sagte THW-Präsident Albrecht Broemme in Tunis bei der Übergabe von 18 THW-Fahrzeugen an den tunesischen Katastrophenschutz. Die Übergabe fand im Beisein von THW-Bundessprecher Frank Schulze anlässlich des tunesischen Tags des Ehrenamts statt. Im Auftrag des Auswärtigen Amts unterstützt das THW den Staat Tunesien beim Aufbau ehrenamtlicher Strukturen im Katastrophenschutz.

Die ausgedienten THW-Fahrzeuge sind für die drei ersten ehrenamtlichen Ortsverbände in Tunesien bestimmt, die in den vergangenen Monaten mit Unterstützung des THW an den Standorten Ben Arous, Sidi Bouzid und Jendouda gegründet wurden. Mehr als 200 Freiwillige konnten die tunesische Katastrophenschutzbehörde ONPC (Office National de la Protection Civile) bereits gewinnen. „Was hier in der Kürze der Zeit aufgebaut wurde, ist beeindruckend“, sagte THW-Präsident Broemme.

Ehrenamt und technische Ausstattung seien seit Jahrzehnten das Erfolgsmodell im deutschen Bevölkerungsschutz. „Ich bin sicher, dass auch in Tunesien ein Katastrophenschutz ohne ehrenamtliche Einsatzkräfte bald nicht mehr vorstellbar ist.“

„Motivierte Helferinnen und Helfer sowie die Ausstattung sind vorhanden. Jetzt gilt es, die vorhandenen Potentiale zu nutzen“, erklärte Broemme. Das THW unterstützt die tunesischen Behörden deshalb auch im Bereich der Aus- und Fortbildung. In zwei Workshops haben ONPC und THW die THW-Grundausbildung an tunesische Verhältnisse angepasst. Ab Februar 2013 werden die tunesischen Ausbilder für ehrenamtliche Kräfte vom THW in Deutschland trainiert. Das erworbene Wissen sollen sie an die Helfer der tunesischen Vereine weitergeben.

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