Alte Schule Oberrahmede zeigt „Wo der Schnee wohnt“

„Was sollen wir mit einem Geranientopf? Wir brauchen Geld, Gold und Juwelen!“, sind sich die Räuberkinder einig.

LÜDENSCHEID -  Am Ende ist dann doch noch alles gut ausgegangen: Paula und ihr Vater Siegfried haben sich wiedergefunden – und die Räuberkinder haben endlich einen echten Räuberhauptmann. Der Weg zum Happy End war für die Figuren von „Wo der Schnee wohnt“ mit vielen Aufregungen und Gefahren verbunden – und für die Zuschauer in der Integrativen Kulturwerkstatt Alte Schule in Oberrahmede mit jeder Menge Spaß.

Regisseurin Clara Edel konnte am Samstag zurecht stolz sein auf die Leistung ihres Ensembles. 60 Minuten reißt der Spannungsfaden nicht ab, eine Stunde lang halten die kleinen und die beiden großen Akteure ihre Zuschauer im Bann. Da wird gesungen, geneckt – und auch mal am Höhlenausgang randaliert. Da wird geflucht, geweint, geschwindelt. Und das alles mit Enthusiamus und einer großen Portion Talent.

Doch zurück zum Anfang. Der große, kalte Wind bringt den fünf Räuberkindern hoch in den Bergen nur noch unnützes Zeug. Was sollen sie mit Geranientöpfen und alten Busfahrkarten anfangen? „Wir brauchen Geld, Gold und Juwelen.“ Das steht für den Räubernachwuchs fest.

Zur gleichen Zeit in der großen, grauen Stadt: Paula (überzeugend: Mia Stremme) und ihr Vater Siegfried (großartig: Markus Wenderoth) haben sich beim Spielen verkracht. Paula schmollt auf dem Balkon und fordert: „Ich will einen Sprech-Ken und eine Sprech-Barbie.“ Aber die sind zu teuer für den Papa, der nur Lohnbuchhalter in der örtlichen Rußfabrik ist. Bevor die Streithähne sich versöhnen können, kommt der große, kalte Wind und trägt Paula fort – und lässt sie vor der Höhle der Räuberkinder fallen. Die nehmen Paula als Geisel, um Papa Siegfried um einen Batzen Geld zu erleichtern – den er nicht hat. Aber jede Menge Ärger mit einem Polizisten! Der wollte der tochterlose Siegfried eigentlich nur den Verlust seiner Tochter melden. Der Polizist (grandios: Pauline Pritschke) steckt den armen Mann ohne mit der Wimper zu zucken in Besinnungshaft, damit er lernt, dass das Wichtigste das Spiel mit der Tochter ist.

Wie es Paula bei den Räuberkindern ergeht, wie Siegfried aus der Besinnungshaft fliehen kann und welche Rolle die kecke Wanderraupe (bezaubernd: Fiona Edel) dabei spielt – das können die Theaterbesucher selbst herausfinden. Denn: Zwei Aufführungen stehen noch an – am Samstag und am Sonntag, immer um 16 Uhr.

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