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Alte Post: Umbau wird deutlich teurer

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Von: Jan Schmitz

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Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Alten Post soll für VHS-Zwecke saniert werden. Hier spiegelt es sich in der Fassade des gegenüber liegenden Stern-Centers.
Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Alten Post soll für VHS-Zwecke saniert werden. © Martin Messy

Nach dem Umzug der Musikschule in den Neubau am Staberg wartet die Alte Post in bester Innenstadtlage auf ihre neue Bestimmung. Sie soll wie berichtet als Teilstandort der Volkshochschule hergerichtet werden.

Lüdenscheid - Infolge der Baupreisexplosion ist die Umsetzung dieses Plans jedoch gefährdet.

Kurz vor Toresschluss – die Frist läuft am 30. September ab – soll daher der Zuwendungsantrag mit Gesamtkosten in Höhe von 4,35 Millionen Euro beim Fördermittelgeber gestellt werden. Der Rat der Stadt Lüdenscheid gab dafür am Montag grünes Licht. Ob der Plan der Stadt allerdings aufgeht, ist unklar. Dass die Bezirksregierung Arnsberg als Förderstelle die höheren Kosten entsprechend fördert, sei „möglich, aber nicht sichergestellt“, heißt es aus dem Rathaus.

Dort lässt man dennoch nichts unversucht, eines der Schlüsselprojekte des Integrierten Handlungskonzepts Altstadt (IHK Altstadt) zu retten. Bereits 2015 hatte der Rat die Umnutzung der Alten Post als Teilstandort der VHS beschlossen. Dort sollen für die VHS Unterrichtsräume für Schulabschlüsse und Integrationskurse sowie Räume für Gesundheitsprävention und gegebenenfalls Einzelseminare entstehen.

Kostenschätzung nicht zu halten

Das rote Backstein-Gebäude ist denkmalgeschützt, entsprechend aufwendig, aber dezent sind die Umbauten. So wird die frühere Schalterhalle der Post erhalten. Das gesamte Gebäude soll barrierefrei hergerichtet und energetisch saniert werden. Die ursprüngliche Kostenschätzung aus dem Jahr 2019 lag bei 2,9 Millionen Euro und berücksichtigte eine Baupreissteigerungen von 16 Prozent für die Jahre 2019 bis 2024. Die tatsächliche Kostensteigerung allein zwischen 2019 und 2022 lag aber nach Angaben der Stadtverwaltung bei 34,8 Prozent. Die weitere Baupreisentwicklung bis zum Abschluss der Baumaßnahme im Jahr 2024 könne aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage und der Auswirkungen des Ukrainekonflikts nicht zuverlässig prognostiziert werden. Die Stadtverwaltung setzt für den Zeitraum bis 2024 daher nun eine zusätzliche Preissteigerung von 30 Prozent an.

Außerdem wurde in die Planung nachträglich noch die Errichtung einer Photovoltaikanlage aufgenommen, die bei der ursprünglichen Kostenschätzung nicht auftauchte. In Summe erhöhen sich die Kosten laut Verwaltungsvorlage damit von 2,9 Millionen auf 4,514 Millionen Euro. Abzüglich der nicht förderfähigen Instandhaltungskosten umfasst der „Deckel“ der zuwendungsfähigen Kosten immer noch einen Betrag von 4,35 Millionen Euro. Auch der städtische Eigenanteil erhöht sich entsprechend von 679 000 auf 1,04 Millionen Euro.

Der Umbau der Alten Post als Teilstandort der VHS ist aus Sicht der Stadtverwaltung trotz der Baukostensteigerungen weiterhin sinnvoll. Sie schlug dem Stadtrat daher in Übereinstimmung mit den bisherigen Ratsbeschlüssen vor, die Zielsetzungen des IHK Altstadt weiter zu verfolgen, an dem Bauvorhaben festzuhalten, einen Zuwendungsantrag zu stellen und die entsprechenden Mittel zum Haushalt 2023 anzumelden. Mit dem positiven Votum des Rates im Rücken wird die Stadtverwaltung nun kurzfristig tätig. Gerade noch rechtzeitig.

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