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„Alles. Und Suppe“: Lüdenscheider Hilfsaktion für Obdachlose im Winter

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Von: Jan Schmitz, Thomas Machatzke

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Logo Alles. Und Suppe. Lüdenscheid
Logo Alles. Und Suppe. Lüdenscheid © David&Goliath

Es ist direkte Hilfe von Lüdenscheidern für Lüdenscheider: Die Lüdenscheider Hilfsaktion „Alles. Und Suppe“ für Obdachlose in Lüdenscheid geht in ihren dritten Winter.

Lüdenscheid – Für eine Fortsetzung sprachen sich alle beteiligten Akteure, die die Hilfsaktion im Dezember 2020 ins Leben gerufen hatten, bei einem Treffen Ende Oktober aus. Zuvor hatten auch die ehrenamtlichen Helfer signalisiert, dass sie die Betreuung und die Essensausgabe für die Obdachlosen gerne fortsetzen würden.

Nun werden die Pforten des Kulturzentrums AJZ ab dem 22. November für die Ärmsten in der Gesellschaft an vier Tagen in der Woche wieder geöffnet. Der Anlaufpunkt ist in der Szene bekannt und hat sich bewährt. Für die Obdachlosen gibt es dienstags (16 bis 19 Uhr), mittwochs (16 bis 19 Uhr), donnerstags (16 bis 19 Uhr) und sonntags (11 bis 15 Uhr) etwas zu essen, die Möglichkeit sich aufzuwärmen und mit den Ehrenamtlichen ins Gespräch zu kommen. Angesichts der aktuellen Krisen und der gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie erwarten die Organisatoren – nach zwei harten Corona-Wintern – einen erneuten Anstieg der Nachfrage.

Eine kleine Änderung wird es in diesem Jahr geben. In den ersten zwei Jahren lieferten Lüdenscheider Gastronomen das Essen am AJZ an. Damit unterstützte die Hilfsaktion auch die heimischen Restaurants, Caterern und Gaststätten, die in der schwierigen Corona-Zeit zeitweise nicht öffnen durften. In diesem Winter wird die Hilfsaktion hauptsächlich auf Spenden der Bäckerei Sommer, der Tafel Lüdenscheid und des „foodsharings“ zurückgreifen.

„Viele Gäste kommen neben dem Bedarf an Wärme und Essen vor allem auch wegen der wertvollen Begegnungen mit den Ehrenamtlichen zu uns. Neben dem Kaffee und den Mahlzeiten gibt es immer auch ein nettes Gespräch oder ein offenes Ohr. Wir freuen uns daher neben finanzieller Unterstützung sehr über jeden, der unser Team ehrenamtlich unterstützen möchte“, sagt Mara Tomaszik von der Caritas.

Die Lüdenscheider Hilfsaktion „Alles. Und Suppe“ finanziert sich ausschließlich über Spendengelder und wird organisiert und getragen von der Hardcore Help Foundation, Willi & Söhne, Tafel Lüdenscheid, dem Obdachlosenfreundeskreis (OFK), Caritasverband Altena-Lüdenscheid e.V., der Stadtverwaltung Lüdenscheid und dem Verein Glücksbringer. Den Betrieb der „Wärmestube“ übernehmen Ehrenamtliche unter Federführung der Caritas. Wie notwendig ein solches Angebot für Obdachlose in Lüdenscheid ist, veranschaulichte Daniel Intile, der sich bei der Caritas um die Obdachlosenbetreuung kümmert, noch einmal am Dienstag im Ausschuss für Soziales, Senioren und Demografie. Zum zweiten Mal war er dort, um über die aktuelle Situation der Wohnungslosen zu sprechen, zum zweiten Mal stille Betroffenheit in Ratssaal.

82 Menschen in Lüdenscheid sind es aktuell, die ihre Post der Caritas zustellen lassen, weil sie keine Wohnung haben. Nicht alle davon übernachten draußen. Intile sagt, dass die Caritas von neun Menschen wisse, dass sie nachts draußen schlafen. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich höher. 2021 seien es im Mittel in Lüdenscheid zum Vergleich 73 Wohnungslose gewesen, nun sei die Zahl stabil über 80. Eine gute Nachricht ist das nicht.

„Wohnungen sind knapper geworden. Und teurer“, sagt Intile, „die Preise passen nicht zu den Vorgaben, die das SGB II macht.“ Der Krieg in der Ukraine, die viele Flüchtlinge, die auch ein Dach über dem Kopf suchen. Dazu die Sorgen, die Preise für Gas und Strom nicht mehr schultern zu können. Die Krise, sie trifft die Ärmsten in der Gesellschaft am härtesten.

Spendenkonto:

Wer die Hilfsaktion unterstützten möchte, spendet an Glücksbringer e.V., Stichwort „Alles. Und Suppe“, IBAN DE20 4585 0005 0000 1203 03.

Wer sich bei der Hilfsaktion ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich bei Mara Tomaszik, Tel. 02351/ 905-005 melden. E-Mail: mara.tomaszik@youngcaritas-mk.de

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