Albert-Schweitzer-Schule als Flüchtlingsunterkunft im Fokus

„Alles auf den Prüfstand“

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Beigeordneter Thomas Ruschin und Jörg Burkowski (stehend) von der Verwaltung informierten bei der Honseler Konferenz über Entwicklungen in der Stadt.

Lüdenscheid - Auch die ehemalige Albert-Schweitzer-Schule kommt künftig für die Unterbringung von Flüchtlingen in Betracht. Das war eine zentrale Botschaft bei der jüngsten Stadtteilkonferenz am Honsel.

Überbracht wurde die Nachricht vom städtischen Beigeordneten Thomas Ruschin, als Fachbereichsleiter zuständig auch für die Ressorts Recht und soziale Dienste.

Ruschin drückte sich zwar eher zurückhaltend aus – auch weil angesichts aktueller Flüchtlingsbewegungen und Gesetzesänderungen kaum genaue Zukunftsprognosen zu treffen sind. Dennoch lässt seine Aussage kaum Interpretationsspielraum: „Nach derzeitigem Stand läuft es darauf hinaus, die Albert-Schweitzer-Schule als Flüchtlingsunterkunft nutzbar zu machen.“

Und womöglich nicht nur sie. Angesichts der Entwicklungen, so Ruschin weiter, „müssen wir alles in der Stadt auf den Prüfstand stellen.“ Soll heißen: Auch weitere Lüdenscheider Gebäude werden künftig als potenzielle Flüchtlingsunterkünfte in den Fokus rücken.

Die Schweitzer-Schule fungierte bisher nur einmal kurz als Notquartier – als Anfang September plötzlich 63 neue Flüchtlinge in Lüdenscheid unterkommen mussten.

Ob die frühere Lehranstalt an der Kaiserallee in Zukunft als Notunterkunft mit rasch wechselnder Belegung oder als längerfristige Unterbringungsmöglichkeit dienen könnte, ist laut Ruschin noch völlig offen. Nur das eigentliche Schulgebäude ist übrigens als Unterkunft im Gespräch. Nicht die benachbarte Turnhalle, die stark von Sportgruppen frequentiert wird. Nach jetzigem Stand.

Den Hintergrund der verstärkten Suche nach Unterkünften bilden die Flüchtlingszahlen. Dazu Ruschin: „Im Sommer waren es noch 30 Flüchtlinge, die pro Monat nach Lüdenscheid kamen. Nachdem wir aus dem Zuweisungsstopp raus sind, kommen derzeit 50 Flüchtlinge in die Stadt – pro Woche. Auf diese Geschwindigkeit war keiner eingestellt.“

Dennoch hebt Ruschin hervor, dass Lüdenscheid die Herausforderung bislang gut bewältige. In eine ähnliche Kerbe schlägt CDU-Mann Hansjürgen Wakup, der in der Nachbarschaft der Notunterkunft in der Hermann-Gmeiner-Schule wohnt. Wakups Worte: „Das klappt dort gut. Die Flüchtlinge sind problemlose und harmlose Menschen.“

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