Alleinerziehende Thema einer Ausstellung

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Raus aus der Nische, rein in die Normalität des Alltags: Interessante und neue Einblicke in das Leben und den Alltag von alleinerziehenden Müttern und Vätern will die gestern im Bürgerforum eröffnete Ausstellung „Gesucht – Gefunden“ geben.

LÜDENSCHEID - Alleinerziehend, erfolgreich im Beruf, finanziell abgesichert – das klingt nach einem Wunschbild und nicht nach der Realität. Dass das auch nur ein Vorurteil ist, zeigt seit gestern die vom Lokalen Bündnis für Familie initiierte Ausstellung „Gesucht – Gefunden“ im Bürgerforum des Rathauses.

Auf zehn Aufstellern finden sich Porträts von alleinerziehenden Frauen und einem Mann, die ihren Alltag zwischen Beruf und Kindererziehung darstellen.

Wiebke Grüne, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lüdenscheid und Organisatorin von „Gesucht – Gefunden“, machte bei der gestrigen Ausstellungseröffnung deutlich, wie wichtig es sei, diesen Perspektivenwechsel auch der breiten Bevölkerung zu präsentieren. „Die Beispiele der Mütter und des Vaters zeigen, dass sie den Spagat meistern und dadurch Qualifikationen sammeln, die auch für Arbeitgeber interessant sind.“

Dies konnte Bürgermeister Dieter Dzewas nur bestätigen. „Auch hier bei uns im Rathaus arbeiten alleinerziehende Mütter und Väter. Für mich steht fest: Wer es schafft, das alles hinzubekommen, der ist oft ein findiger Mitarbeiter, der spontan, sehr organisiert und flexibel agiert.“ Um alleinerziehenden Müttern und Vätern nachhaltig den Rücken zu stärken, bietet die Stadt Lüdenscheid nun auch Ausbildungen in Teilzeit an. Wiebke Grüne konnte am Rande der Ausstellungseröffnung erfreut mitteilen: „Die ersten Bewerbungen sind eingegangen.“

Mut machen wolle die Ausstellung im Bürgerforum – und zeigen, welche Hilfestellungen es für Alleinerziehende gebe, erklärten Dieter Dzewas und Wiebke Grüne übereinstimmend. Denn: Die Herausforderungen im Alltag sind vielfältig und manchmal kräfte- und nervenzehrend. Doch zeigen die zehn Porträts: Auch diese Situationen kann man in den Griff bekommen – und gestärkt aus ihnen hervorgehen. „Viele Alleinerziehende wollen in den Beruf, damit sie ihren Kindern in dieser Hinsicht Vorbild sein können“, berichtete Wiebke Grüne. Hilfestellung dabei kann die neue Broschüre „Alleinerziehend“ geben, die ab jetzt an der Information des Rathauses kostenlos zu haben ist.

Die Ausstellung „Gesucht – Gefunden“ ist bis inklusive Samstag im Bürgerforum des Rathauses Lüdenscheid zu sehen. Für heute Abend lädt der Lions Club Lüdenscheid Minerva, der maßgeblich am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt war, zu einer Lesung mit der Mendener Autorin Kathrin Heinrichs ein. Unter dem Motto „Das Leben ist hart, aber manchmal auch lustig“ wird Kathrin Heinrichs scheinbar banale Situationen aus dem Familienalltag genauer unter die Lupe nehmen – natürlich mit einem humorvollen Augenzwinkern. Der Eintritt in Höhe von fünf Euro fließt als Spende der Alleinerziehendenarbeit von Donum Vitae zu. Für Samstag laden die Damen vom Lions Club zu einem offenen Familienfrühstück ins Bürgerforum ein. Kurzvorträge zu Themen wie Trennung, Scheidung und Wiedereinstieg in den Beruf sollen als Information und auch als Diskussionsgrundlage dienen. Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr. Für eine Kinderbetreuung im Bürgerforum ist gesorgt. - Von Maike Förster

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