Nur alle vier Jahre Geburtstag

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Almut Rhode freut sich darauf, heute ihren „elften“ Geburtstag zu feiern. Für den Vormittag hat sie ihre Patienten in ihre Hebammenpraxis eingeladen, am Nachmittag geht es mit der Familie weiter.

LÜDENSCHEID ▪ Ein Jahr älter werden alle Menschen jedes Jahr. Geburtstag haben einige aber nur alle vier Jahre. Almut Rhode ist eine von denen, die im Schaltjahr am 29. Februar geboren wurden. Die Altenaerin betreibt seit Sommer eine eigene Hebammenpraxis in Lüdenscheid und feiert heute ihren „elften“ Geburtstag – und das gleich dreimal.

Ab 11 Uhr sind ihre Patienten zur Geburtstagsfeier eingeladen , „mit alkoholfreiem Sekt – für stillende Mütter“, erzählt sie lachend. Nachmittags gibt es dann eine Feier mit der Familie und abends mit dem Chor. Der 29. Februar muss einfach gebührend gewürdigt werden, findet sie, denn in den drei Jahren zwischen den Schaltjahren existiert ihr Geburtstag schlichtweg nicht. Dann werde sie oft gefragt, wann man ihr gratulieren soll. Manchmal müsse sie auch ihren Ausweis zücken, weil jemand ihr das Geburtsdatum nicht glaubt.

"Geschenke gab es trotzdem"

Almut Rhode lässt sich am 1. März gratulieren, wie es ja auch richtig ist, sagt sie – schließlich ist sie zehn Minuten nach Mitternacht geboren, also nach dem 28. Februar. Ihre Mutter habe vergeblich versucht, die Hebamme zu überreden, die Geburt noch für den 28. einzutragen. Als Kind sei es auch nicht schön gewesen, ihren Geburtstag nicht im Kalender stehen zu sehen. Geschenke gab es trotzdem, und gefeiert wurde am 28. Februar, vielleicht ein kleiner Trost. Inzwischen genießt Almut Rhode ihren Geburtstag am 29. Februar und macht Scherze darüber. „Ich feiere meinen elften Geburtstag“, sagt sie und auch auf der Kerze in der Praxis ist eine „11“ zu sehen. Vor vier Jahren wurde der zehnte Geburtstag groß gefeiert. Und auch ihr Mann habe sich auf die besonderen Geburtstage eingestellt – alle vier Jahre gibt es eine besondere Überraschung. 

3000 Kindern auf die Welt geholfen

Obwohl Almut Rhode als Hebamme in rund 25 Jahren schon etwa 3000 Kindern auf die Welt geholfen hat – eine Geburt am 29. Februar war noch nicht dabei. Das bedauert sie sehr und hofft ein wenig, dass sich das ja vielleicht heute ändert. 

Beim Standesamt ein Tag wie jeder andere

Der Eintrag des Geburtstermins beim Standesamt sei gar kein Problem, sagt Fachdienstleiter Jürgen Gößlinghoff. Trotz des ungewöhnlichen Datums bleibt der 29. Februar ein Tag wie jeder andere. Es gebe auch keine Paare, die sich heute trauen lassen. Wer allerdings einen Ausweis oder Reisepass beantragt, sollte heute genauer hinschauen: Anke Keller vom Bürgeramt erklärt, dass das Ende der Gültigkeitsdauer normalerweise am selben Kalendertag in sechs oder zehn Jahren ist. Das System sollte den Termin zwar automatisch auf dem 28. Februar 2018 oder 2022 setzen – aber Kontrolle ist eben besser. - gör

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