Intensiverer Kinderschutz

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Stefan Hesse und Hermann Scharwächter vom Jugendamt, Cornelia Krois vom Schulamt des Märkischen Kreises und Rainer Martin vom Märkischen Kinderschutzzentrum (v.li.) freuen sich über die Kooperationsvereinbarung zwischen Schulen und Jugendamt zum Kindeswohl.

LÜDENSCHEID - Großes Schulleiter-Treffen am Mittwoch kurz nach Mittag im Rathaus: Vertreter aller Schulen kamen, um ihre Unterschrift zur Kooperationsvereinbarung zwischen Schulen und dem Jugendamt zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu leisten.

„Wir sind natürlich immer im Gespräch mit den Schulen, aber mit der Umsetzung des Vertrages ist ein noch intensiverer und zielgerichteterer Schutz des Kindeswohls möglich“, sagten Jugendamtsleiter Hermann Scharwächter und Stefan Hesse, Fachdienstleiter der Familienhilfe. Mit im Boot sitzt auch das Märkische Kinderschutzzentrum, das eine überaus wichtige Beratungsfunktion übernimmt und dafür auch mit einer zusätzlichen halben Stelle ausgestattet wird, die über den städtischen Haushalt finanziert wird. „Wir begrüßen es, dass der Gesetzgeber damit über das im vergangenen Jahr eingeführte Bundeskinderschutzgesetz sogenannte Berufsgeheimnisträger, wie eben Lehrer oder Ärzte, noch mehr ermutigt, bei festgestellten Auffälligkeiten über uns eine Fachberatung in Anspruch zu nehmen“, sagte Rainer Martin, Leiter des Kinderschutzzentrums. „Damit werden bisherige Unsicherheitsfaktoren beseitigt.“ Der Datenschutz ist gewährleistet. Von vornherein erhalten Betroffene einen Decknamen.

Auch Cornelia Krois vom Schulamt des Märkischen Kreises lobte die Vereinbarung, die auch mit Unterstützung des regionalen Bildungsnetzwerkes entwickelt und dann auf die Lüdenscheider Gegebenheiten angepasst wurde. „Neben der seelischen und körperlichen Gefährdung von Kindern und Jugendlichen geht es auch um die Entziehung von Bildung. Wenn Eltern ihre Pflichten nicht erfüllen und die Kinder nicht zur Schule kommen, ist es ebenfalls wichtig, Partner zu haben, die uns helfen. Das können Schulen allein nicht stemmen.“

Die halbe Stelle beim Märkischen Kinderschutzzentrum ist zunächst auf zweieinhalb Jahre befristet. „Wir betreten da zwar nicht inhaltlich Neuland, denn von der Qualität der Beratung ist das für uns nichts Neues. Wie sich der damit verbundene Mehraufwand aber künftig darstellt, muss sich erst zeigen“, sagte Rainer Martin.

Der Kooperationsvertrag umfasst rund 30 Seiten und beinhaltet neben Präambel, gesetzlichen Grundlagen und Zielsetzungen auch den konkreten Verfahrensablauf.

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