Corona-Lockerungen

Alle brauchen einen Haarschnitt: Frisöre im MK erwarten Mega-Andrang

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Achim Schilling, Innungsobermeister der heimischen Friseure, ist froh, dass es langsam wieder losgeht.

Lüdenscheid - Der Stichtag ist ein Montag – eigentlich der freie Tag für Friseure. Doch am 4. Mai werden sie trotzdem arbeiten. Denn alle brauchen  einen Haarschnitt. Die Frisöre im MK erwarten Mega-Andrang und für Kunden wird sich einiges ändern.

„So langsam kann es wieder losgehen“, sagt Achim Schilling, Obermeister der Friseurinnung im Märkischen Kreis. Nach der Schließung aller Friseurgeschäfte am 22. März bereitet er sich, ebenso wie seine Kollegen, auf die Wiedereröffnung seines Salons vor. Damit das im Sinne des Infektionsschutzes für Kunden und Friseure gleichermaßen gelingt, gilt es einiges zu beachten.

Achim Schilling sieht der Wiedereröffnung seines Geschäfts am Lüdenscheider Rathausplatz gelassen entgegen. „Vieles aus der Hygieneverordnung haben wir sowieso schon immer abgedeckt“, meint er. Und dennoch kommt auch für ihn einiges Neues hinzu. „Die Abstandsregelung etwa“, so Schilling. Anderthalb bis zwei Meter Abstand zwischen den Kunden werden vorgeschrieben und die könnten durch das Freilassen eines Bedienplatzes dazwischen erreicht werden. „Das ist natürlich in den Salons räumlich individuell, aber in vielen Betrieben stehen die Plätze schon sehr großzügig“, so der Obermeister.

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK.

Dass sich nicht mehr Kunden als erlaubt im Geschäft aufhalten, dafür sorgt eine ausgeklügelte Terminvergabe. „Wir fahren in unserem Geschäft erst einmal nur etwa 50 bis 60 Prozent“, erklärt er. Grundsätzlich würden auch seine Kollegen in erster Linie über Anmeldungen arbeiten und so den Kundenstrom regulieren können. Dennoch schließt er nicht aus, dass auch Laufkunden eine Chance auf einen Haarschnitt bekommen: „Wenn gerade Platz ist, warum nicht?“

Ausgeklügelte Terminvergabe soll helfen

Um dem Kundenandrang gerecht zu werden, will Schilling die ersten Wochen sechs Tage am Stück arbeiten. „Danach wollen wir dann aber wieder zu den normalen Öffnungszeiten zurückkommen.“

Ungewohnt für Friseure und Kunden gleichermaßen wird eine weitere Schutzmaßnahme sein, das Tragen eines Mundschutzes. „Wir haben aber bereits bei der Terminvergabe unsere Kunden darauf hingewiesen, dass sie einen Mundschutz mitbringen müssen“, so Schilling weiter.

Mit Mundschutz zum Schneiden

Und auch für sein Team hat der Friseurmeister Mundschutze besorgt. „Wir tragen Modelle aus Baumwolle, die uns jemand aus dem Freundeskreis genäht hat“, erzählt er. Für Kunden, die keinen eigenen Mundschutz haben, liegen in seinem Salon Einwegmodelle bereit. Unterstützung bei deren Beschaffung bekamen die Friseure dabei von der Kreishandwerkerschaft.

"Gesicht besser auslassen"

Noch keine exakten Vorgaben haben die 70 Mitgliedsbetriebe der Friseurinnung Märkischer Kreis, mit welchen Einschränkungen bei den Dienstleistungen sie zu rechnen haben. „Ich gehe davon aus, dass wir am Kopf arbeiten dürfen, das Gesicht aber besser auslassen“, sagt Achim Schilling. 

Nur noch mit Waschen

So dürfen dann beispielsweise keine Bärte getrimmt oder Augenbrauen- und Wimpern gefärbt werden. Bei den Arbeiten an den Haaren gibt es hingegen nur eine Einschränkung: Allen Kunden müssen vor dem Schneiden die Haare gewaschen werden. „Durch das Shampoonieren sollen mögliche Viren abgetötet werden“, erklärt Schilling. Und diese Arbeit wird von den Friseuren dann – wie auch schon vor der Corona-Epidemie – mit Handschuhen erledigt. „Beim Schneiden und Föhnen werden wir aber keine Handschuhe tragen.“

Dass sein Geschäft sechs Wochen lang geschlossen bleiben musste, empfand Achim Schilling als sehr ungewohnt. „Normalerweise haben wir Selbstständigen maximal eine Woche frei“, erzählt er. Er hat die Zeit genutzt, um private und geschäftliche Renovierungsrückstände zu beheben, und sonst versucht, die freien Tage zu genießen: „Das Wetter war da ja auf unserer Seite.“

Trotzdem ist er froh, dass er nun bald wieder in seinem Salon stehen kann. Denn die Schließungen haben seine Kollegen und ihn wirtschaftlich stark belastet. „Das war schon eine Nummer“, gibt er zu und lobt im gleichen Atemzug die Unterstützung des Landes NRW, die reibungslos funktioniert habe.

Viel Zuspruch hat Schilling auch aus seiner Kundschaft erfahren. „Ich habe sehr viele positive Rückmeldungen und Ermutigungen von unseren Kunden bekommen“, erzählt er. Besonders in Erinnerung bleiben wird ihm dabei ein Kunde: „Der junge Mann hat mir Geld überwiesen, um uns etwas Gutes zu tun.“ Dieses Geschenk habe ihn außergewöhnlich berührt und zeige, wie eng die Beziehung zwischen Friseuren und ihren Kunden sei.

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