Spezialisten aus Kamen in Lüdenscheid

Schneelast-Alarm: Einsatz bei Kostal

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Das Technische Hilfswerk (THW) war am Donnerstag bei Kostal im Einsatz.

[Update] Lüdenscheid  - Alarm beim Automobilzulieferer Kostal: Nach Berechnungen eines firmeneigenen Statikers drohte das Dach eines Nebengebäudes durch die Schneelast einzustürzen. 

Gegen 18.20 Uhr hatte die Feuerwehr das THW alarmiert, da nach den Berechnungen eines firmeneigenen Statikers die rund 4000 Quadratmeter große Dachfläche eines Nebengebäudes durch die Schneelast einzustürzen drohte. Klaus Cordt, Ortsbeauftragter des Lüdenscheider THW, forderte die Kollegen des Schneelastmesstrupps aus Kamen sowie das THW Altena an. 

Aus der Nachbarstadt rückten Kräfte mit einem hochmodernen Teleskoplader sowie ein Bausachverständiger an. „Wir haben mit einer speziellen Software sofort alles durchgemessen und hatten gegen 21.20 Uhr bereits die Gewissheit und das beruhigende Ergebnis vorliegen, dass keine Einsturzgefahr droht. In der Nacht waren keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Nach unseren Messergebnissen lag die Leistungsreserve der Dachstatik noch bei 50 Prozent.“ 

Für Statiker nicht absehbar gewesen

Da keine weiteren starken Niederschläge zu befürchten waren, reiche die Wärme innerhalb der Halle aus, um die Schneemenge auf dem nicht gedämmten Dach abzutauen. Die Reinigung der Regenabläufe durch einen Dachdecker reiche aus. 

Was im Nachhinein vielleicht harmlos klinge, sei für den Statiker so gar nicht absehbar gewesen, unterstrich Cordt. „Deshalb richtet sich unser Dank ausdrücklich an das Gebäudemanagement der Firma Kostal, das rechtzeitig um Hilfe nachgesucht hat.“ 

Für den Fall, dass man tatsächlich hätte räumen müssen, stand das THW aus Halver zur Verstärkung bereit. „Auch wir können nicht einfach aufs Dach gehen und schippen. Alle Helfer sind im Einsatz durch eine Absturzsicherung geschützt.“ 

Hoher technischer Standard und einwandfreie Kommunikation

Mit ihrem 30.000 Watt starken Lichtmast leuchteten die Lüdenscheider Kräfte das Hallenumfeld komplett aus. Der Ablauf des Abends habe außerdem den inzwischen sehr hohen technischen Standard und die speziellen Kenntnisse des THW bewiesen. 

Von der einwandfreien Kommunikation über Funk bis in den Dortmunder Bereich über die reibungslose Zusammenarbeit aller betroffenen Stellen bis hin zur Spezialsoftware verfügten die Einsatzkräfte inzwischen über eine beeindruckende Ausrüstung. „Die etwas hemdsärmeligen Zeiten sind vorbei.“ 

Andreas Stoß, Leiter Operations bei Kostal, lobte die sofort eingeleiteten Maßnahmen durch das THW. 

"Wenn wir nicht zusammenhalten, bricht das gesamte Gefüge auseinander"

Wann Schneelast gefährlich werde, sei nur schwer zu beurteilen. Der Einsturz der Eishalle von Bad Reichenhall oder die Bilder von eingeknickten Dächern in Bayern hätten gezeigt, wie schnell Situationen eskalierten. „Deshalb sind wir dem THW sehr dankbar für die Unterstützung.“ Die Halle werde heute als Laborbereich genutzt. Mitarbeiter seien nicht mehr vor Ort gewesen. 

Der Fall mache deutlich, dass auch die Industrie von Hilfsorganisationen und damit von Ehrenamtlichen abhängig sei, richtet Cordt einen ganz allgemeinen Appell an die Adresse der Unternehmen. „Deshalb wünsche ich mir mehr Respekt und Wertschätzung gegenüber den Ehrenamtlichen bei Freistellungen. Wenn wir nicht zusammenhalten, bricht das gesamte Gefüge auseinander. Allein wird man sich nicht immer helfen können.“

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