Adolf-Reichwein-Gesamtschule

Akuter Platzmangel: Schulleiter im MK schlägt Alarm

An der Adolf-Reichwein-Gesamtschule in Lüdenscheid ist der Platz für vielfältigen Unterricht äußerst knapp.
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An der Adolf-Reichwein-Gesamtschule ist der Platz für vielfältigen Unterricht äußerst knapp.

Die aktuelle Bildungsgerechtigkeit und Fächervielfalt der gymnasialen Oberstufe in Lüdenscheid zu erhalten, müsse das oberste Ziel der weiterführenden Schulen sein.

Lüdenscheid – In diesem Punkt herrscht am Dienstag Einigkeit unter den Schulleitern, die als Beratende Mitglieder Teil des Schulausschusses sind. Einen Königsweg, die aktuelle Kursvielfalt zu wahren, gibt es nicht, die drei Lüdenscheider Gymnasien und die Gesamtschule stehen vor unterschiedlichen Aufgaben.

Bergstadt-, Geschwister-Scholl- und Zeppelin-Gymnasium seien aktuell in der Situation ein breit gefächertes Angebot von Leistungskursen anzubieten, sagt Matthias Reuver, Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport. „Die Vielfalt muss erhalten bleiben“, stellt der Schuleiter des Bergstadt-Gymnasiums (BGL), Dieter Utsch, fest.

Für eine Schule mit drei Klassen pro Jahrgang – aktuell bei den Staberger Gymnasien der Fall – sei es nicht möglich, exotischere Leistungskurse anzubieten. Mit einer höheren Schülerzahl allein – selbst mit den möglichen fünf Klassen pro Jahrgang am BGL – sei es nicht immer möglich, ein breit aufgestelltes Kursangebot anzubieten. Daher „muss der infrastrukturelle Nachteil für das Bergstadt-Gymnasium in die Entscheidungen einfließen“, fordert Utsch.

An der Adolf-Reichwein-Gesamtschule (ORG) sieht Schulleiter Frank Biesterfeld die Bildungsgerechtigkeit vom Platzmangel an seiner Schule bedroht. Zwar gebe es in jedem Jahrgang sechs Klassen, doch um die Anzahl der Kurse zu erhöhen, gebe es schlicht keinen Platz. „Wir machen Unterricht im Musikraum, weil wir keine anderen Räume haben“, verdeutlicht Bisterfeld. Dabei sei es möglich, nahezu jedes Jahr siebenzügig zu starten.

Das machen die Zahlen der abgelehnten Schüler in den vergangenen Schuljahren deutlich, die Fachdienstleiterin Schulen Kerstin Kotziers ausführt. Im Schuljahr 18/19 seien 32 Kinder, 19/20 16 und 20/21 28 neue Schüler abgelehnt worden. Kinder, die nach der Erprobungsstufe an die Gesamtschule wechseln möchten, könnten meist nicht aufgenommen werden, sagt Bisterfeld. „Alle Klassen haben bereits das Limit von 27 Schülern erreicht.“ Das Problem werde auch die Demografie nicht lösen, wie durch die notwendigen Neugründungen und Erweiterungen von Grundschulen zeige, erklärt Bisterfeld. „Bildungsgerechtigkeit kann an unserer Schule nicht durch eine höhere Zügigkeit, sondern durch mehr Räume erreicht werden“, sagt der ORG-Schulleiter und widerspricht damit der Schulentwicklungsplanung, die hinsichtlich der Gesamtschule keinen Handlungsbedarf sieht.

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