Zum Aktionstag Straßendorf auf dem Sternplatz

Klaus-Martin Pandikow ist Behindertenbeauftragter der Satdt Lüdenscheid.

LÜDENSCHEID - Wer im Rollstuhl sitzt, zählt ersichtlich zu den Menschen mit Behinderungen. Doch was ist mit Taubheit, Autismus, geistigen Behinderungen? Diese Handicaps bleiben unsichtbar, und doch sollen sie am Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am Samstag, 7. Mai, auf dem Sternplatz ins Bewusstsein der Besucher rücken.

Klaus-Martin Pandikow, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Stadt, will dazu Menschen einladen, die über diese unsichtbaren Einschränkungen berichten, und zwar unmittelbar nach der offiziellen Eröffnung um 10 Uhr durch Bürgermeister Dieter Dzewas.

„Damit die Wirkung nicht verpufft, stehe ich allen interessierten Betroffenen und Angehörigen, die sich zu Hörproblemen, Autismus oder geistiger Behinderung äußern wollen oder sich eine bei uns noch nicht existente Selbsthilfegruppe wünschen, als Ansprechpartner zur Verfügung“, sagte Pandikow den LN. Das gelte sowohl am Aktionstag selbst, der bis 14 Uhr läuft, als auch für sein Telefon im Rathaus, an dem er unter 17 22 27 immer mittwochs von 11 bis 13 Uhr zu erreichen ist. „Ansonsten läuft der Anrufbeantworter, ich melde mich schnellstmöglich.“ E-Mails gehen an die Adresse behindertenbeauftragter@luedenscheid.de.

Ein „Straßendorf“ soll am 7. Mai auf dem Sternplatz stehen, mit Infoständen der Selbsthilfegruppen für Körper- und Mehrfachbehinderte sowie Pro Retina, des Sozialverbandes Deutschland, der Märkischen Werkstätten, des Interessenverbandes für Unfallverletzte, des Sozialverbandes VdK sowie der Atemwegsliga. Ein Rolli-Parcours ist geplant, das Rote Kreuz bietet seine beliebte Erbsensuppe an und stellt den Behindertenbus aus, und für Kinderspaß sorgt Tommys Entertainment mit Schminkstand und Ballonzauber.

Ein rundes Programm, das Pandikow diesmal besonders frühzeitig organisierte. Trotzdem gibt es einen Wermutstropfen: „Leider haben wir mit der Einweihung des Hermann-Reitz-Platzes am Bahnhof fast zeitgleich eine weitere attraktive Veranstaltung in der Stadt. Doch beides lässt sich ja auch gut verbinden.“

Ein Schwerpunkt auf dem Sternplatz soll erneut die Aufklärung über die Inklusion sein, also das von den Vereinten Nationen verbriefte Recht behinderter Menschen auf „Dabeisein von Anfang an“. Was das für Behörden, Stadtplaner und Architekten bedeutet, „hat noch längst nicht jeder verstanden“, weiß Pandikow. Und nennt als Beispiel die kürzlich erfolgte Hochzeit eines Taubstummen, für dessen Jawort das Standesamt keinen Gebärdendolmetscher hatte.

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