Apotheken-Aktionstag zur Notdienstpauschale

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Nacht- und Notdienst am Tag erlebten auch die Kunden der Post-Apotheke am Rathausplatz am Donnerstag.

Lüdenscheid - Sechs der 18 Lüdenscheider Apotheken beteiligten sich am Donnerstag am bundesweiten Aktionstag zur Einhaltung gegebener politischer Versprechen und bedienten ihre Kunden von 12 bis 13 Uhr durch die Notdienstklappe und verteilten Info-Material, eine Apotheke schloss für eine Stunde ganz die Tür.

Ziel der Info-Aktion sei es, die Bevölkerung über die Notwendigkeit einer angemessenen Vergütung der Nacht- und Notdienste zu informieren, heißt es im Aufruf der Apothekerkammer Westfalen-Lippe zur Teilnahme. Die Regierungskoalition in Berlin habe dafür eine Notdienstpauschale zum 1. Januar 2013 zugesagt, die aber bisher noch nicht umgesetzt worden sei.

Mit von der Partie waren in Lüdenscheid folgende Apotheken: Adler Apotheke, Apotheke am Kulturhaus, Franken-Apotheke, Lünsche Apotheke, Löwen-Apotheke, Philipp-Apotheke und Post-Apotheke.

„Ich hoffe, dass wir mit unserer Aktion ein bisschen mehr Verständnis für unsere Situation erreichen“, sagte Apothekerin Birgit Ciezki von der Lünsche Apotheke. Die Apotheker böten gern eine vernünftige Notdienstversorgung und wollten dies auch weiterhin leisten. Dafür wollten sie aber auch eine gerechte Bezahlung, denn die bisherige Regelung decke die Kosten nicht. Enttäuscht zeigte sich Cieski darüber, dass nur etwa ein Drittel der Lüdenscheider Apotheken dem Kammer-Aufruf zum Aktionstag gefolgt sei. Natürlich sehe sie die Gefahr, dass man auch mal einen Kunden verärgere, der wegen der Bedienung durch die Notdienstklappe etwas länger warten müsse. „Aber wenn man nichts macht, erreicht man auch keine Veränderung.“

Das Kundenaufkommen hielt sich gestern Mittag allerdings in Grenzen. Möglicherweise hatte die Vorabinformation in den Medien Kunden ihren Apothekenbesuch verschieben lassen; so wurde es beispielsweise in der Lünsche Apotheke Schlag 13 Uhr wieder spürbar voller.

Aus den nicht teilnehmenden Apotheken war einhellig Unterstützung der Forderung nach einer Neuregelung der Notdienstvergütung zu hören. Doch viele waren mit der einstündigen Aktion nicht einverstanden. „Damit treffen wir nur den Kunden, der es in seiner Mittagspause oft eilig hat und nichts für die Versäumnisse der Politik kann“, sagte beispielsweise Dr. Joachim Schulz von der Reichsadler Apotheke. Er und einige seiner Kollegen setzten auf dauerhafte Information der Bevölkerung. - wok

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