Freikarten für das Familienbad

1413 Helfer beim Frühjahrsputz in der Stadt

+
„Ja, geschafft!“: So wie Henrik (6) vom „Kindertraum“ am Vogelberg dürften sich am Samstag viele kleine und große Helfer gefühlt haben, die im Rahmen der Aktion „Sauberes Lüdenscheid“ Container und Säcke mit Müll aus der Landschaft gefüllt haben.

Lüdenscheid - Die Hände sind kalt, die Würstchen heiß, zufriedene Blicke fallen auf gut gefüllte schwarze Säcke und Müllcontainer: Lüdenscheid hat aufgeräumt. Der Aktionstag unter Regie des STL hat 1413 Helfer erst auf die Anmeldelisten, dann in die Waldstücke und Grünstreifen der Nachbarschaft gebracht. Die meisten davon am Samstag.

Die Zahl ist wichtig, denn für jeden Frühjahrsputzer gibt’s zum Dank einmal freien Eintritt ins Familienbad Nattenberg. Die ersten Kärtchen und viel Lob für die mitunter mühsame Arbeit verteilten Bürgermeister Dieter Dzewas, STL-Werksausschussvorsitzender Bernd Schildknecht und STL-Werkleiter Heino Lange auf ihrer Dankeschön-Tour. Dabei sammelten sie selbst auch vieles ein – allerdings nur die Erlebnisse der Mülltrupps.

Danke fürs Mitmachen: Mustafa und Markus (beide zwölf) waren rund um die THR aktiv. Dafür gab’s Freikarten fürs Schwimmbad.

Zum Beispiel an der THR, wo sich 85 Freiwillige an die Arbeit gemacht hatten, vom STL ausgestattet mit Handschuhen, Greifzangen und schwarzen Plastiksäcken. Die schleppten sie gut gefüllt wieder aus dem Wald, dazu Fußballschuhe sowie manches, was gar nicht in den Sack hineinpasste, wie eine große Schüppe. Vanessa (11) und ihre Freundin Katharina (12) hatten eine kaputte Matte erbeutet und einen Wischer für Glasscheiben. Spaß hat’s trotzdem gemacht, waren sich die Kinder einig, und stürmten zum Mülltrophäen-Vergleich in die Grillpause.

„So ‘ne riesige Ikea-Tüte mit Sachen drin lag da im Wald rum. – „Wir haben einen BH gefunden.“ – „Ganz viele Glasflaschen haben wir gesammelt.“ – „Kann man die pfandmäßig wenigstens noch verwerten?“, wollte der Bürgermeister von den Schülern wissen, die tief ins Schulgelände ausgeschwärmt waren. „Nö.“ Die großen und kleinen Sauereien ärgern den Stadtchef: „Das sind doch Erzferkel“, schüttelt er den Kopf. Den STL-Chef wundert nichts mehr. Gut 600.000 Euro kostet den Lüdenscheider Steuerzahler die Beseitigung wilder Kippen im Jahr.

Verdientes Päuschen im Kleingartenverein Honsel.

Am Ende dürften der stadtweit gesammelte Kleinkram, Eimer, Folien, alte Gießkannen, kaputtes Spielzeug, Autoreifen, Stühle und Tischplatten wieder anderthalb große Müllwagen füllen. 15 bis 18 Tonnen sind das Durchschnittssammelergebnis der vergangenen Jahre. Fast 40 Vereine und private Gruppierungen waren bei der 17. Auflage der Aktion „Sauberes Lüdenscheid“ fleißig – ebenfalls ein Durchschnittsergebnis, weiß Einsatzleiter Frank Wiemer.

Gemeinsam geht’s schneller, man sieht Erfolge, den Zusammenhalt fördert’s auch. THR-Verbindungslehrer Ernst Woeste schätzt den Langzeiteffekt der Aktion, die das Bewusstsein für Müllvermeidung und Entsorgung schärft: „Das Müllaufkommen ist bei uns geringer geworden mit den Jahren. Unsere Schüler reinigen auch ihre Pausenhalle zweimal täglich selbst.“

Von Susanne Kornau

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare