Einzelzimmer für alle Bewohner

Traude Rittinghaus leitet das Wohnhaus des Perthes-Werkes an der Sedanstraße.

Lüdenscheid - Auf ein besonders ereignisreiches Jahr blickt Traude Rittinghaus, Leiterin des Wohnhauses des evangelischen Perthes-Werkes an der Sedanstraße, zurück:

„Insbesondere der hausinterne Umzug in den Räumen der ehemaligen Altenhilfeinrichtung stellte eine enorme Herausforderung dar, die wir mit großer Tatkraft bewältigt haben und so die Wohnsituation unserer Klienten verbessern konnten. Unser Wohnhaus bietet nun 20 Einzelzimmer für Menschen in besonderen Lebenslagen. Außerdem stehen 20 dezentrale Plätze im Stadtgebiet von Lüdenscheid zur Verfügung.“

Eine weitere Herausforderung war laut Jahresbericht inhaltlicher Art und mit der Zunahme von Konsumenten illegaler harter Drogen, Menschen mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen sowie von jungen Erwachsenen verbunden. Der Drogenkonsum führe zu komplexen Problemlagen, die Abhängigkeit unterliege einer destruktiven Dynamik. Hinzu komme der enorme Zeitaufwand, der bei der Unterstützung von Menschen mit enormen gesundheitlichen Einschränkungen erforderlich sei. Für junge Erwachsene mussten zudem Angebotsstrukturen verändert werden. „Dabei konnten wir uns als Einrichtung weiterentwickeln und Menschen oftmals hin zu einem selbstständigen Leben begleiten, auch wenn bittere Erfahrungen und Rückschläge nicht ausblieben“, beschreibt Traude Rittinghaus die komplexe Problematik.

14 Bewohner ware im vergangenen Jahr im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Hier kam es besonders darauf an, das konfliktbeladene Verhältnis zu den Familien zu verbessern, eine geeigente Tagesstruktur und mit der Erlangung eines Schul- beziehungsweise Berufsabschlusses eine Lebensperspektive zu erarbeiten.

24 Menschen waren drogenabhängig. Hier galt es laut Bericht, die Einsicht in die Drogenproblematik und Hilfsangebote wie Entgiftung und Therapie zu vermitteln.

Zu den 26 Menschen mit erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen gehörten u.a. stark Gehbehinderte, Diabetiker und Männer und Frauen mit psychischen Beeinträchtigungen. Das Ziel ist, den gesundheitlichen Allgemeinzustand durch eine regelmäßige Versorgung und ärztliche Kontrollen sowie die Vermeidung von Isolation zu verbessern. Im Jahr 2013 wurden sechs Frauen in dezentralen Wohnungen betreut, zwei mehr als 2012.

Für die Zukunft steht weiter der Wunsch nach einer neuen Immobilie an.

Von Martin Messy

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