Ahmadiyya-Gemeinde informiert über Islam

Muslime wollen in Lüdenscheid Ängste abbauen

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Am Samstag  startet die Ahmadiyya-Gemeinde eine Info-Kampagne mit dem Ziel, Vorurteile gegenüber dem Islam abzubauen.

Lüdenscheid - Sie wollen Ängste und Vorurteile gegenüber dem Islam abbauen - und gehen dafür auf die Straße: Am Samstag stehen Vertreter der Religionsgemeinschaft "Ahmadiyya Muslim Jaamat" auf dem Rathausplatz in Lüdenscheid.

„Ängste und Vorurteile gegenüber dem Islam nehmen weiter zu. Wir wollen den Menschen sagen, dass wir dem Staat loyal gegenüberstehen und unseren Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden leisten.“ Nooruddin Ashraf, Imam der Ahmadiyya Muslim Jaamat in Neuss, stellte am Donnerstag die Info-Kampagne seiner Gemeinde unter dem Titel „Wir sind alle Deutschland“ vor.

In die Öffentlichkeit gehen sie mit dieser Aktion am Samstag ab etwa 10 Uhr auf dem Lüdenscheider Rathausplatz mit einem Info-Stand, eine Woche später wollen sie im Iserlohner Zentrum mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen. 

Die Trennung von Staat und Kirche, die Liebe zum Land als Teil des Glaubens, die Meinungs- und Religionsfreiheit und die Gleichstellung von Mann und Frau seien die tragenden Werte der Ahmadiyya-Muslime, unterstrich der Imam. Gepredigt würde in den Moscheen ausschließlich auf Deutsch.

Gewalt werde entschieden abgelehnt, mit Slogans wie „Liebe für alle, Hass für keinen“ oder eben „Wir sind alle Deutschland“ setzten sich die Ahmadis für einen friedlichen Islam und die Integration ein. In Hessen geben die Imame an öffentlichen Schulen islamischen Religionsunterricht. Insgesamt ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat eine kleine religiöse Gemeinschaft mit bundesweit rund 45 000 Gläubigen. Im Raum Lüdenscheid zählt sie 50 Mitglieder, in Iserlohn 150. 

In der Kreisstadt gebe es ein gutes Miteinander zu allen anderen Religionsgemeinschaften, ergänzt Cheema Navid. Katholische und evangelische Gemeinden, Ditib, Aleviten und andere Gruppen pflegten ein offenes Miteinander in der Stadt. Jüngstes Beispiel war das interreligiöse Friedensgebiet in der vergangenen Woche im Bürgerforum des Rathauses. Info-Stände, Flyer, Vorträge – „mit der Kampagne wollen wir Vorurteile abbauen und die Lehre des Islam vorstellen. Die Bürger sollen von der klaren Differenzierung zwischen Muslimen und fanatischen Extremisten erfahren.“

Hintergrund: Ahmadiyya

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ahmadiyya von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad gegründet, der sich als Erneuerer und Reformer des Islam verstand. 45.000 Mitglieder und 50 Moscheen zählt die Glaubensgemeinschaft in Deutschland, wo sie seit 1923 ansässig ist. In Pakistan, dem Ursprungsland der Ahmadiyya, wird sie bis heute verfolgt. Viele Muslime lehnen die Ahmadis als nicht-islamisch ab.

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